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Costa Concordia Kapitän hat Route eigenmächtig geändert
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Foto: Getty
Italien/Hamburg, 16.01.2012
Der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" hat nach Ansicht von Costa Kreuzfahrten die Route eigenmächtig geändert. "Für uns stellt es sich so dar", sagte der deutsche Niederlassungsleiter Heiko Jensen am Montag in Hamburg. Felsen vor der Insel Giglio seien auf den Karten eingezeichnet gewesen, ergänzte der Manager. Nach derzeitigem Ermittlungsstand scheine menschliches Versagen der Schiffsführung zu dem Unglück mit sechs Toten geführt zu haben.
"Der Kapitän war zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Brücke und hat das Schiff manuell gesteuert", berichtete Jensen. Einzelheiten zum technischen Ablauf erhofft sich die Reederei von der Auswertung der von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten "Black Box". Auf der "Costa Concordia" hat es nach Angaben des Managers keine Verständigungsschwierigkeiten innerhalb der Besatzung gegeben. Die aus zahlreichen Ländern stammende Crew spreche miteinander Englisch. "Insofern ist ein Verständigung insbesondere in Krisensituationen gewährleistet", sagte Jensen.
Das Unternehmen will Reisende der "Costa Concordia" entschädigen, sagte Jensen. Derzeit werde Kontakt mit den Gästen aufgenommen. An Bord waren mehr als 4.200 Menschen, darunter 566 Deutsche. Zur Zahl der noch Vermissten wollte sich Jensen nicht äußern. Nach deutschen Polizeibehörden sind es aktuell mindestens zwölf. Mehrmals betonte Jensen die Sorge um die Vermissten. Die Rückkehr der deutschen Gäste in ihre Heimat habe für die italienische Reederei Costa Crociere oberste Priorität. In Telefonaten mit den Rückkehrern wollen sich die Costa-Manager einen Eindruck von den tragischen Ereignissen an Bord vermitteln lassen. Gleichzeitig soll der materielle Schaden erfasst und ausgeglichen werden, der den Touristen entstanden ist. Durchschnittlich wurden rund 700 Euro für die siebentägige Kreuzfahrt bezahlt.
Urlauber, die am 14. und 21. Januar ihre Reise auf der "Concordia" antreten wollten, erhalten den Reisepreis erstattet sowie eine kostenlose andere Kreuzfahrt des Unternehmens angeboten. Wollen sie auf diese alternative Reise verzichten, bekommen sie stattdessen dreißig Prozent des ursprünglichen Reisepreises noch hinzu, wie der Deutschland-Chef erläuterte. Zum Gesamtschaden für den Kreuzfahrt-Anbieter konnte er noch nichts sagen. Es komme auch darauf an, ob das versicherte Schiff geborgen werden könne und eine Reparatur möglich sein werde. Ein niederländisches Spezialunternehmen sei mit der Bergung des Schiffes beauftragt worden. (dpa)
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