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Radio Hamburg

Carinas Kolumne

Geruchssinnig

Mailand, 23.09.2013
Carinas Kolumne Neu

Unsere Fashion- und Lifestyle-Expertin Carina Grendel über ihr feines Näschen und ihr Leben in Mailand.

Ich bin durchaus ein olfaktorischer Mensch. Schon der geringste Anflug von Schweißgeruch, kalter Zigarettenrauch, oder einem billigen Parfum lassen mich erschaudern vor Ekel und Unbehagen. Billiges Parfum schlägt mich umgehend in die Flucht, auch wenn der Träger Brad Pitt, oder Ryan Gosling ähnelt. Ich muss Dinge und Menschen riechen können, im wahrsten Sinn des Wortes. Meinem Sohn habe ich bereits im zarten Alter von 14 Jahren verdeutlicht, wie wichtig der Geruch eines Menschen für mich ist. Gott sei Dank konnte ich ihn von seiner anfänglichen Liebe für das Massen-Kultparfum CK1 abbringen und heute, mit der gerade begangenen Volljährigkeit ist auch sein Näschen sensibler und anspruchsvoller, als das vielen seiner Duft-Genossen.

Mein Leben in Italien

Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier schon einmal erwähnt habe, dass ich 10 Jahre meines Lebens in Italien gelebt und gearbeitet habe. Eine unglaublich intensive und prägende Zeit in meinem Leben, die durchaus nicht immer rosig war. Mittlerweile lebe ich bereits seit über 11 Jahren in Hamburg und die ein oder andere Erinnerung verblasst, wie in einem von Weichzeichner charakterisierten Hamilton Film.

Der Duft von Paste und Kaffee

Als ich jedoch heute Morgen in Mailand gelandet bin, hat mich ein fast vergessener Duft von frischem Gebäck (die Italiener nennen es „Paste“ – nicht zu verwechseln mit „Pasta“) und Kaffee aus dem Dämmerschlaf vergangener Zeiten erwachen lassen. Sofort fühlte ich mich in meine italienische Vergangenheit zurückversetzt. Eine Mischung aus freudigem Glücksgefühl und erschreckendem Unbehagen – zu groß sind die Wunden meiner Vergangenheit. Doch dieser Duft gibt mir trotz aller schweren Lasten auf meiner Seele, ein Gefühl von Heimat und tief empfundener Liebe. Liebe zu einem Land, seiner Lebensart und seinen Menschen. Der verführerische Duft legte sich wie ein Cocon und zauberte trotz der frühen Morgenstunde ein strahlendes Lächeln auf mein Gesicht.

Glücklich und dankbar für diese Nase

Auch wenn ich in öffentlichen Verkehrsmitteln, Flugzeugen und Aufzügen meinen höchst sensiblen Geruchssinn gerne einmal gegen ein stumpfes Näschen austauschen würde, so war ich heute Morgen dankbar genau für diese Nase. Dankbar, dass Düfte mir Erinnerungen und tiefe Emotionen schenken!

Übrigens: während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Shuttle-Bus von Malpensa in die Innenstadt Mailands und der Herr neben mir war wohl gestern Abend beim Griechen.

 

Herzlich, Ihre Carina Grendel

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