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Radio Hamburg

Carinas Kolumne

Seite an Seite mit dem Kanzlerkandidaten

Hamburg, 10.09.2013
Peer Steinbrück SPD

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Am Wochenende traf Lifestyle-Expertin Carina Grendel den SPD-Kanzlerkandidaten zufällig beim Essen und war positiv überrascht.

Er sah müde aus am Samstagabend, als ich den Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück im Hamburger Restaurant „Die Bank“ als Tischnachbar erleben durfte. Nein, nicht wirklich an einem gemeinsamen Tisch, aber der Spitzenmann der SPD saß an einem wunderschönen Spätsommerabend am Tisch neben mir – ungefähr 50cm entfernt. Er kam offensichtlich mit einem alten Freund und soweit mein Gehör es zuließ, glaube ich auch verstanden zu haben, dass Herr Steinbrück an diesem Abend nicht über den durchaus stressigen Wahlkampf sprach. War es doch eine ziemlich ereignisreiche Woche für den 66-Jährigen gewesen, nachdem bekannt geworden war, dass er vor vielen Jahren eine philippinische Putzfrau „schwarz“ in seinem Familienhaushalt beschäftigt haben soll. Klar, dass ein Politiker seiner Couleur, auf einer dicht besiedelten Terrasse eines Hamburger In-Restaurants keine intimen Details, Taktiken, oder gar Ängste einem alten Freund mitteilt, wo er doch auf der Hut sein muss, dass in unmittelbarer Nähe ein weiterer unerwünschter Zuhörer auf ihn wartet.

Live und in Farbe besser, als auf dem Schirm

Ich bin kein ausgesprochener Steinbrück Fan muss ich gestehen. Seine Wahlkampfauftritte befremden mich zumeist und ich habe ihn bisher nicht als großen Sympathie-Träger empfunden. Doch wie ich ihn da am Samstagabend so sah, überraschte mich ein formvollendeter Herr mittleren Alters, der bei weitem nicht so feist und fest daher kam, wie ich ihn im Fernsehen bisher immer war genommen hatte. Viel schlanker und trotz offensichtlich großer Sorgen ein freundlich-verschmitztes Lächeln auf den Lippen. Er trank Weißwein und aß köstliches Rindertatar, ganz wie ich es ihm gleich tat, mit dem kleinen Unterschied, dass der Samstagabend bei mir von leckerem Rotwein begleitet war.

Warum kann ich nur einer Konversation folgen?

Ich muss gestehen, dass ich in den zweieinhalb Stunden, in denen ich dicht an dicht mit dem Spitzenkandidaten der SPD weilte, meinen lieben Ehemann um seine Fähigkeit beneidete, mühelos mehreren Konversationen in seinem näheren Umfeld lauschen zu können. Ja richtig, er schaut unsere Freunde an und diskutiert mit ihnen animiert und kann gleichzeitig mühelos der Ehekrise des Paares rechts neben ihm und dem aufgeregten Geschnatter von vier Damen am übernächsten Tisch folgen. Ich kann das nicht, denn ich muss Menschen in die Augen schauen, um Gesprächen intensiv folgen zu können. Muss ich mir Sorgen um mich machen? In jedem Fall konnte ich dem Gespräch des Herrn Steinbrück und seines Tischnachbarn entnehmen, dass sie in Jugenderinnerungen, Gedanken an die Väter und Großväter und Kindheitsträumen schwelgten. Wahrscheinlich eine willkommene Abwechslung während der letzten heißen Phase des Wahlkampfes und nach den bösen Anschuldigungen der letzten Tage.

Elegant und weit weg des Genossen

Alles in Allem erinnerte Peer Steinbrück wie er seine Manschettenknöpfe und die Hermès-Krawatte bei der Ankunft an den Tisch ablegte, eher an den Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der den schönen Dingen des Lebens durchaus zugetan und auch gern gesehener Gast in „Der Brasserie Bank“ war, statt wie man es wohl für einen Sozial-Demokratischen Politiker erwarten würde, in die beste Currywurst-Bude der Stadt zu gehen.

Als der Geschäftsführer Dirk von Haeften sich von dem prominenten Gast auf seiner Terrasse verabschiedete und Herrn Steinbrück viel Glück wünschte, erwiderte dieser leicht erschöpft: “Vielen Dank, das brauche ich“! Herr Steinbrück bei mir haben Sie Sympathie-Punkte gewonnen, ganz ungeachtet, wer, wann und wie in Ihrem familiären Haushalt für Ordnung gesorgt hat, oder auch nicht.

(von Carina Grendel)

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