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Radio Hamburg

Per Gesetz beschlossen

Mager-Models in Frankreich verboten

Paris, 18.12.2015
Forbes Models, Gisele Bündchen, Adriana Lima, Miranda Kerr

Nur gesunde Models dürfen in Zukunft in Paris auf den Laufsteg.

Wer künftig in Paris als Model arbeiten will, braucht eine medizinische Bescheinigung. Das beschloss jetzt das französische Parlament.

Die Modebranche schreit auf: Zu magere Models sollen in Frankreich künftig nicht mehr auf den Laufsteg. Das Parlament beschloss jetzt endgültig ein Gesetz, das gefährliches Untergewicht bei Mannequins verhindern soll. Die Pariser Nationalversammlung nahm die Regelung als Teil einer umstrittenen Gesundheitsreform an. Um auf französischen Modeschauen oder bei Foto-Shootings arbeiten zu können, brauchen Models künftig eine medizinische Bescheinigung, dass ihr Gesundheitszustand mit dem Beruf vereinbar ist. Zentraler Faktor ist dabei der Body-Mass-Index - die genauen Kriterien müssen noch von einer Fachbehörde festgelegt werden. 

Teure Strafe

Wer Models ohne Bescheinigung beschäftigt, dem drohen sechs Monate Gefängnis und 75.000 Euro Strafe. Die Regelung ist weniger Strikt als das ursprünglich geplante Verbot, das die Abgeordneten in der ersten Lesung im Frühjahr beschlossen hatten. Demnach hätte die Behörde einen Mindest-Body-Mass-Index festgelegt. Model-Agenturen hatten damals kritisiert, es sei falsch, Magersucht als seelisch bedingte Krankheit und Schlankheit von Models zu vermischen.

Branche gespalten

Der Body-Mass-Index setzt das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße. Ein Verbot von Magermodels gibt es bereits in Israel. Italien einigte sich mit den Modeverbänden 2006 auf eine Grundsatzerklärung gegen Magersucht. Auch in anderen europäischen Ländern wird das Problem immer wieder diskutiert. Oft gibt es Selbstverpflichtungen von Verbänden oder Designern, auf Mager-Models zu verzichten.

Die Mode-Branche reagiert gespalten auf diese Regelung. Was meint Ihr - verhelfen solche Verbote zu einem veränderten Umgang mit Models? Diskutiert in den Kommentaren mit!

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