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Noch 23 Tage - Die Schwiegereltern und wie man sich mit ihnen arrangiert

Schwiegereltern von Anke

Meine Schwiegereltern in Spe und ich verstehen uns wirklich gut - kein Gefühl von "Schwiegermonster". 

Ist das Bild der "Schwiegerdrachen" veraltet? In Filmen wird das Klischee immer wieder aufgegriffen, aber heutzutage trifft es nicht immer zu. 

Meine Schwiegermutter heißt Christine und ist gebürtige Berlinerin. Das hört man ihr auch an. Das erste Mal als ich sie gesehen habe, war sie gerade dabei, die Studentenwohnung von Mathias' "besenrein" zu machen. Mathias steckte zu der Zeit mitten im Umzug.

Mama und Papa 2

Schwiegermuddi putzt auch gerne bei uns zuhause, wenn sie zu Besuch ist. "Ich habe da einfach Spaß dran!", sagt sie immer. Kann man das vielleicht lernen, Spaß am Putzen zu haben? Dann besuche ich sofort den entsprechenden Unterricht dazu. Ich mag es nicht, wenn Schwiegermutter bei uns zuhause putzt. Sie soll ja zu Besuch kommen und sich entspannen! Außerdem denke ich natürlich automatisch: ist es wirklich so schmutzig bei uns?
Meine zukünftige Schwiegermutter ist generell sehr aktiv, macht Sport und ist allein schon mit ihren drei bereits vorhandenen Enkelkindern dauernd in Bewegung. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mich nicht belehren will, doch auch etwas mehr Sport zu machen. Sie lässt mich tatsächlich wie ich bin. Aber sie weist mich gerne darauf hin, dass ich manchmal zu schnell zu emotional werde. In Diskussionen erinnert sie mich gerne daran: "Anke, manchmal: mehr Kopf, weniger Herz!"
Mein Schwiegervater Fritz ist auch eher ein Herz-, als ein Kopfmensch. Deswegen gleichen sie sich beide auch wunderbar aus. Von ihm bekomme ich das emotionale Verständnis, von ihr die logischen Ratschläge. Mit beiden muss ich mich nicht arrangieren, sondern das ist ein Selbstläufer. "Mama und Papa 2" eben.

Rundum glücklich mit Mathias

Mama und Papa 1 leben in Nürnberg, also über 600 Kilometer weit von uns weg. Ich sehe meine Eltern so oft es geht und das ist nicht so oft wie es vielleicht sein sollte, wenn man zu seinen Eltern wirklich das beste Verhältnis hat. Dafür telefonieren wir aber jeden Tag. Mathias erfüllt bei beiden zu 100 % die Vorstellung vom perfekten Schwiegersohn. Meine Mama nennt ihn "Süßer", mein Papa spricht von ihm als "der Fußballer", entsprechend seines größten Hobbys. Mein Papa hat früher selbst Fußball gespielt. Er erklärt mir dann immer, wie wichtig Fußball ist wenn man das gerne macht, wie sehr die Mannschaft und die Freundschaften von Bedeutung sind und dass ich Mathias einfach diese Freiheit lassen soll. Er bringt mir also das Verständnis bei, das es teilweise auch braucht wenn man mit jemandem zusammen ist, der mittlerweile fünfmal die Woche Sport macht. Ich rede von fünfmal die Woche und zwar komplett abendfüllend! Meine Eltern legen sehr viel Wert auf ein gepflegtes Auftreten, was Mathias glücklicherweise auch hat. Ich erinnere mich an den ersten Freund den ich mit fünfzehn nach Hause gebracht habe. Der hatte viel zu lange Haare und kam in seiner breitesten Skaterhose und mit Piercing auf meine Eltern zu und fing nach kurzer Zeit an sie zu duzen. Das kam alles nicht so gut bei meinen Eltern an! Mit Mathias sind sie rundum glücklich, vor allem weil sie merken, dass es ihrer einzigen Tochter gut mit ihm geht. Eltern merken so etwas.

Sind "Schwiegerdrachen" veraltet?

Kleinigkeiten gibt es trotzdem, die sich die Brauteltern anders wünschen würden im Bezug auf ihren Schwiegersohn. Er könnte öfter anrufen, öfter zu Besuch kommen oder wenigstens zwischendurch mal ein Fußballtraining für mich ausfallen lassen. Zumindest jetzt kurz vor der Hochzeit wo es noch so viel zu organisieren gibt. Es klingt nach nervigen oder vorwurfsvollen Eltern, die sich zu viel einmischen. Das täuscht! Selbst wenn sie nerven, sind sie dabei so herzlich und liebevoll, dass man ihnen nur schwer irgendetwas übel nehmen kann. Das sage ich nicht nur als Tochter, das sieht Mathias genauso.
Das Bild des "Schwiegerdrachen" scheint veraltet, das ist aber alles eine Frage des Einmischens. Wenn die Schwiegereltern zu viel Mitspracherecht haben und haben dürfen, wird man damit irgendwann Probleme haben. So lange man sich als Familie versteht, die sich jetzt durch so eine Hochzeit eben vergrößert hat, ist das ja eher eine Bereicherung als eine Belästigung. Der einzige wahre Konflikt entsteht ja erst dadurch, dass die eigenen Eltern natürlich nur das Beste für einen wollen. Wenn dann der Schwiegersohn oder die Schwiegertochter ihnen nicht gut genug vorkommen, wird es problematisch. Aber das ist tatsächlich etwas, das früher ein größeres Thema war, als es mehr um den finanziellen und gesellschaftlichen Stand und Status ging. Heute heiratet ja auch ein Prinz William eine bürgerliche Kate ohne "von" und "zu" Middleton, oder ein Kronprinz Felipe macht eine Journalistin zu "Letizia von Spanien". Gott sei Dank! Sonst wäre ich mit meinem Abitur vielleicht auch nicht gut genug für Mathias, der mittlerweile einen Dokortitel hat.

Eltern von Anke
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