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Noch 53 tage - Kirche: ja oder nein? Was dafür und dagegen spricht

Anke vor dem Kölner Dom

Vor dem Kölner Dom. Mein letzter Kirchen-"Kontakt". 

Kirche oder nur standesamtlich? Eine Frage, die sich heutzutage immer mehr Paare stellen. Auch Anke und Mathias. 

Es ist natürlich zum einen eine Glaubensfrage, zum anderen aber auch eine Frage des Auftritts und wie groß und pompös man sich diesen wünscht. Für die absolute Rampenlicht-Situation braucht die Braut eine Kirche. Denn nur hier kann man sich an seiner Hochzeit und in seinem Kleid ausgiebig von allen bestaunen lassen und legt einfach einen Popstar ähnlichen Auftritt hin mit diesem Gang durch die Kirche bis vor zum Altar. Das Ganze ist ja auch eine Inszenierung vom Allerfeinsten.

Als Blumenmädchen nicht geeignet

Mit den ersten Orgeltönen geht die Tür auf und dann steht da die Braut und wird von ihrem Vater an den Sitzreihen vorbei bis vor zu ihrem zukünftigen Mann geführt und das natürlich in einem Prinzessinnen-Kleid. Das zumindest ist meine Traumvorstellung von damals, als noch ziemlich kleine Anke. In meiner Familie haben alle kirchlich geheiratet und auf der Hochzeit meiner ältesten Cousine war ich damals auch Blumenmädchen. Ich habe Blumen gestreut und auf dem Weg nach vorne zum Altar hat mich ständig irgendeine Hand am Kleidchen gezupft, mit den Worten: "Lauf nicht ganz so schnell Kind, das Brautpaar kommt ja gar nicht hinterher". Irgendwann habe ich mich als damals 5-Jährige umgedreht und gesehen, dass meine Cousine und ihr Bräutigam gerade mal zwei Meter weit gekommen sind und ich hatte schon fast den Pfarrer vorne erreicht. Der hat mich aber auch die ganze Zeit so freundlich angegrinst, dass ich am liebsten direkt auf ihn zu gerannt wäre. Ich hatte auch noch fast alle Blumen in meinem Korb, weil sie mir zu schade vorkamen, um sie auf den Boden zu werfen. Also als Blumenmädchen war ich damals nicht wirklich geeignet, als Braut bekomme ich meinen Auftritt hoffentlich besser hin.

Traum gegen Realität

Die Hochzeit in weiß und in der Kirche habe ich mir ursprünglich immer so gewünscht und vorgestellt, als kleines Mädchen war das immer mein Traum. Mir war aber nie der große Auftritt das Wichtigste daran, sondern immer schon dieser gemeinsame Gang nach vorne, zusammen mit meinem Daddy. Er spielt generell eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben. Hinzu kommt, dass wir in Hamburg eine der schönsten Kirchen überhaupt haben: den Michel. Ich habe schon so viele "traurige" Kirchen gesehen, die irgendwie düster, dunkel und kalt wirken. Da würde ich einen so fröhlichen Tag wie meine Hochzeit nicht verbringen wollen. Aber der Michel mit seiner weißen Decke, den weißen Wänden und den großen Fenstern badet im Tageslicht. Hier kommt man rein und ist an einem schönen und besonderen Ort. Trauungen im Michel finden in der Regel nur samstags statt und es ist schwer einen Termin zu bekommen, und außerdem wisst Ihr ja wie das so ist, mit den eigenen Vorstellungen von einer bestimmten Sache: in der Realität läuft es dann meistens ganz anders. Mathias und ich werden also – trotz Mädchentraum – nicht kirchlich heiraten, sondern nur standesamtlich.

Mathias ist der Kirche nie beigetreten und ich habe meinen Bezug zur Kirche über die letzten Jahre verloren. Nicht zum Glauben, aber zu der Institution "Kirche". Wir haben also festgestellt, dass wir uns da nicht am richtigen Ort und ganz einfach nicht zugehörig fühlen würden, bei einer Hochzeit in der Kirche. Wenn man jetzt praktisch denkt, spart das natürlich auch einiges an Organisationsaufwand. Kein Kampf um einen kirchlichen Termin (zusätzlich zu dem standesamtlichen), keine Besprechungen mit dem Pfarrer wegen des Ablaufs und auch kein Aussuchen von Kirchenliedern. Mir wird der große Kirchenauftritt schlussendlich nicht fehlen und mein Daddy wird mich dann eben im Standesamt in den kleinen Saal hinein begleiten, wenn alle anderen (inklusive Bräutigam) drinnen schon warten bis es losgeht. Ich brauche die Kirche nicht zum Heiraten, ich brauche vor allem den richtigen Mann, meine Familie ganz nah bei mir und das habe ich alles. Sogar das mit dem Prinzessinnen-Kleid hat geklappt, es kann also nur ein wunderbarer Tag werden. Ganz ohne Kirche.

Anke vor dem Hamburger Michel

Vor dem Michel, meinem früheren "Heiratswunschort". 

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