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Noch 57 Tage - Der Automatismus, dass direkt nach dem Heiraten die Kinder kommen

Anke und Mathias, Party

Ich feiere gerne bis in den Morgen und mein Projekt, die Welt zu bereisen und gesehen zu haben, ist noch nicht abgeschlossen. 

Muss man nach der Hochzeit gleich mit der Familienplanung anfangen? Anke möchte erst die Welt bereisen, bevor das Mama-Dasein ruft. 

Ben Affleck und Jennifer Garner lassen sich jetzt nach 10 Jahren scheiden. Das sind natürlich so Sachen die man am liebsten überliest beziehungsweise übersieht, wenn man gerade euphorisch in seinen Hochzeitsvorbereitungen steckt. Trotzdem gehört das natürlich zur Realität: nicht jeder der heiratet, bleibt auch verheiratet. Mathias und ich hoffentlich schon, wir werden uns einfach füreinander anstrengen und dann wird das schon. Womit wir uns offensichtlich auch anstrengen und noch dazu beeilen müssen, sind Kinder.

Beziehung, Hochzeit, Kinder?

Zumindest für meine Eltern existieren Kinder im klassischen Bild von einer Ehe. Die beiden wünschen sich auch schon seit Längerem, Oma und Opa zu werden. Bei meinen Schwiegereltern sind schon Enkelkinder da. Der Jüngste ist 4, die Älteste 13. Wir stellen uns also vor, was da für ein Zugzwang entsteht. Ich kann mittlerweile schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich – gerade so kurz vor der Hochzeit – die Frage gehört habe: "Na und wann ist es bei Euch soweit?". Die Antwort: "Dauert noch." Wie altmodisch ist das, wenn man mit einer Hochzeit automatisch "Kinder" assoziiert? Muss das Eine denn unmittelbar auf das Andere folgen? Warum erhöht die Tatsache, dass zwei Menschen heiraten die allgemeine Erwartungshaltung, dass diese beiden Menschen auch bald Eltern werden? Kinder kriegen geht doch auch ohne heiraten und heiraten geht auch ohne Kinder kriegen, dachte ich.

Erst die Welt entdecken

Das Thema "keine Kinder kriegen" ist ein deutsches Problem. Innerhalb der EU sind wir das Land, in dem die wenigsten Kinder leben (im Verhältnis zu den Erwachsenen) und der Anteil der Kinder wird schätzungsweise bis 2050 noch weiter sinken. Trotzdem bin ich mir mit meinem Zukünftigen in dieser Sache nicht einig. Mathias sagt, er wäre am liebsten schon seit gestern Papa und seinetwegen gibt es keinen Grund zu warten. Für mich gibt es diesen Grund schon, eigentlich sogar mehr als einen. Ich feiere einfach immer noch zu gerne und bin an den Wochenende oft bis in den Morgen auf irgendeiner Tanzfläche. Außerdem möchte ich die Welt sehen, es gibt so viele Ecken wo Mathias und ich noch nicht waren, aber unbedingt hin möchten. Dieses ganze Ausleben und Austoben sollte idealerweise stattgefunden haben, bevor Kinder da sind. Danach wird ja sowieso alles anders und die eigenen Pläne und Wünsche rücken in den Hintergrund, so erzählen es mir die Freundinnen, die schon Mama sind. Die Quote ist deutlich: im Alter zwischen 21 und 31 haben 2 von 10 meiner Freundinnen Kinder, die übrigen denken ähnlich wie ich und sagen sich, dass sie noch Zeit haben. Wie viel Zeit, ist wieder eine andere Frage.

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht

Ursprünglich wollte ich immer eine junge Mama werden, aber wenn man nicht den geeigneten Mann und Papa dazu hat, wird das eben nichts. Die berühmte biologische Uhr hat also vor einiger Zeit schon mal ganz laut bei mir getickt, aber im Moment höre ich sie nicht ticken, ausgerechnet jetzt, wo ich doch den richtigen Mann (und Papa) habe. Das ist irgendwie verrückt!
Wie wird man sich da jetzt einig mit seinem Zukünftigen? Wir führen darüber immer wieder Gespräche und kommen zu keinem Ergebnis, dafür landen wir am Ende immer wieder bei der Weisheit "den richtigen Zeitpunkt für Kinder gibt es nicht". Es wird immer etwas geben, was gerade im Weg steht oder den Zeitpunkt ungünstig macht, wenn man zu viel darüber nachdenkt. Ich kenne persönlich keine Eltern die im Nachhinein sagen: unser Kind kam zum falschen Zeitpunkt. Wenn es erst einmal da ist, ist man ja einfach nur glücklich darüber. Ich sehe mich unter Druck gesetzt und diesen Druck mache ich mir nicht selbst, sondern er kommt definitiv von außen, und er kommt auch nicht direkt, sondern er entsteht unterschwellig. Ich habe ja auch Augen im Kopf! Genauso wie man als Single glaubt, man wäre manchmal nur von Verliebten und Vergebenen umzingelt, glaubt man als Nicht-Mama, dass irgendwie alle um einen herum einen Kinderwagen vor sich herschieben, schwanger sind, oder gerade mittendrin im Versuch schwanger zu werden.

Letztendlich glaube ich fest daran, dass man erkennt wann es Zeit für ein Kind ist. Man spürt es dort, wo man später als Frau auch sein Kind spürt: im Bauch. Dieser Bauch hat bei mir zumindest schon immer bessere Entscheidungen getroffen, als mein Kopf.
Also werde ich aufhören darüber nachzudenken und abwarten bis mein Bauch sich meldet und ganz laut ruft: "Los! Es ist Zeit für mich dick zu werden. Und Zeit für Dich, Mama zu werden".

Was haltet Ihr von dem Automatismus, direkt nach der Hochzeit mit der Familienplanung und -Umsetzung zu starten? 

Anke und Mathias im Urlaub
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