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Radio Hamburg

#ÜberlebenstippsAufBahnhöfen

Wieso ein Blick nach oben Zeit retten kann

Hamburg, 29.04.2015
Hauptbahnhof

Mein persönliches Workout: Von Gleis zu Gleis sprinten auf dem Hamburger Hauptbahnhof.

Manchmal entscheiden Sekunden, ob Ihr die Bahn bekommt oder verpasst. Und manchmal ist es nur ein einziges Wort auf blauem Untergrund. 

Ich bleibe auch gerne mal länger im Büro, auch wenn das bedeutet, dass sich ein sehr empfindliches Zeitfenster drastisch verkleinert. Nämlich das, in dem ich mich von der Spitalerstraße bis zum Hauptbahnhof bewege, um meine Regionalbahn zu erreichen. Gestern war so ein Tag, an dem das Zug-Zeit-Gefüge aufs Empfindlichste aus der Bahn geworfen wurde.

Nebenjob "Zum-Bahnhof-Sprinter"

Ich schaue auf die Uhr. Noch zehn Minuten. Jupp, das wird knapp. Aber nicht unmöglich. Mit Fullspeed geht es nun also Treppen runter. Stufe um Stufe, aus dem dritten Stock ins Erdgeschoss, hinaus auf die Spitalerstraße. Vorbei an bummelnden Menschen. Wieso haben die so viel Zeit und wo kommen die nur alle her?, schießt es mir durch den Kopf, als ich einem hartnäckigen Umfragemädel ausweiche. Keine Zeit. Prüfender Blick auf das Smartphone – noch 5 Minuten. Das wird klappen , ich weiß, von wo mein Zug fährt und v erdammt ich muss mal wieder zum Sport , denke ich, während das Schnauben aus meinem Mund immer lauter wird. Jetzt bloß keine Schnappatmung bekommen. Warte noch 5 Minuten, dann bist du in der Bahn und kannst entspannen. 

Auf Kollisionskurs in der freien Wildbahn

Jaaaaa - das hätte auch sein können, wären da nicht die Massen an Menschen, die sich im dichten Gedränge des Feierabendverkehrs durch die engen Wege des Hauptbahnhofs schlängeln. Hier ein Rempler, da eine Schlange vor den Fressbuden und hinter mir das Schubsen von den ebenfalls eintreffenden Personen. 

Bei einem Auto gibt es Warnblinklicht als Vorwarnung eines Staus, bei mir gibt es einen Rucksack als Knautschzone. Aber das ist egal, ich muss zur Bahn. Prüfender Blick auf die Uhr der Fahrplananzeige. In drei Minuten ist sie weg. Also noch mal die erschöpften Stampfer zum Laufen motiviert und in bester "Welcome To The Jungle"-Manier durch die Leute zum Gleis gekämpft. Treppe runter – Blick zum blaugelben Ungetüm vor mir – und in die wartende Masse gecrasht. "Sorry," gemurmelt und weiter gerannt. Die Türen piepen schon, der Schaffner checkt, ob noch Leute einsteigen wollen. 

Auf dem falschen Zug

Das wird eine Punktlandung! Grinsend steige ich in den Waggon. Beziehungsweise will es. Denn auf dem Absatz der Treppe mache ich kehrt. In meinem Augenwinkel leuchtet eine weiße Schrift auf blauem Grund. Die Endstation des Zuges auf der Informationstafel am Gleis. Ich schaue zum Schaffner, er zu mir, ich zur Tafel und dann zum Zug. Zurück zur Tafel. Der Verdacht bestätigt sich: Das hier ist der falsche Zug. Blick zurück zum Schaffner, dümmliches Grinsen aufgesetzt und rasch auf dem Absatz kehrt gemacht. "Sorry, falscher Zug," herausgepresst und noch nen schönen Tag gewünscht. 

Nächster Halt "Essenstempel"

Schnell die Treppe hoch. Warum nur fahren die Rolltreppen auf der anderen Seite immer nach oben?! Egal, ich will hinauf. Kämpfe mich vor. Stufe um Stufe, bis hin zur Anzeigentafel. Blick geht auf selbige und innerlich feuert mein Kopf eine Schimpftirade ab. Das kann doch nicht deren Ernst sein! Die Bahn hat meine Abfahrtsgleise getauscht, aus Gleis 13 wurde Gleis 11 und aus mir ein unfreiwillig Wartender, mit brennenden Waden, rotem Kopf und einer halben Stunde Zeit, die ich sicherlich bei einem der vielen Essenstempel verbringen werde – immerhin habe ich Zeit und die durchs Treppensteigen verbrannten Kalorien müssen ja auch wieder ausgeglichen werden.