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Radio Hamburg

Fastenzeit hat begonnen

Heilfasten: Gesund oder völliger Unsinn?

Hamburg, 10.02.2016
Fasten, Heilfasten, Petersilie, Sauerkraut

Beim Heilfasten verzichtet man komplett auf feste Nahrung.

40 Tage Verzicht - die christliche Fastenzeit hat begonnen. Neben dem Fasten aus religiösen Gründen gibt es auch das Heilfasten. Doch wofür ist das eigentlich gut?

Die Faschingszeit ist vorbei, mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige christliche Fastenzeit, die mit der Osternacht endet. (Die Sonntage werden nicht als Fastentage mitgezählt.) Die Fastenzeit soll an die Zeit erinnern, die Jesus Christus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Gläubige sollen in dieser Zeit auf Dinge verzichten, die für sie angenehm  sind, wie etwa Schokolade, Alkohol oder Auto fahren.

Heilfasten zur Entschlackung?

Doch neben dem Fasten aus religiösen Gründen wird immer häufiger aus therapeutischen Gründen gefastet. Dieses Heilfasten soll der Entschlackung oder Regeneration des Körpers dienen. Häufig ist damit auch der Wunsch nach einer „seelischen Reinigung“ verbunden.

In Deutschland (heil)fasten jedes Jahr Millionen von Menschen. Sie verzichten – in der Regel für ungefähr eine Woche  bis 10 Tage – auf die Aufnahme von fester Nahrung.

Heilfasten: Nicht zum Abnehmen geeignet

Ernährungsmediziner und -wissenschaftler sehen Fastenkuren allerdings durchaus kritisch. Vor allem eigne sich das Fasten nicht als Maßnahme zur Gewichtsreduktion, so die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Viele positive Wirkungen des Heilfastens seien wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Außerdem können beim Fasten auch unerwünschte Nebenwirkungen wie Azidose (Störung des Säure-Basen-Haushaltes), Hypotonie (zu niedrige Blutdruckwerte), Müdigkeit, Schwindelgefühl, Konzentrationsschwäche, erhöhtes Kälteempfinden und trockene Haut auftreten. Auch Mundgeruch und Menstruationsstörungen können beim Fasten auftreten.

Körper entgiftet sich selbst

Eine Phase des Entschlackens und Entgiftens braucht der Körper aus medizinischer Sicht ebenfalls nicht. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlungen von Schlacken und Ablagerungen. Unter normalen Umständen baut der Körper aufgenommene Giftstoffe und schädliche Stoffwechselprodukte permanent über eigene Mechanismen ab.

Eine Fastenkur sollte daher nicht zur Gewichtsreduktion oder zur Entschlackung dienen, sondern eher als besonderes Erlebnis gesehen werden, dass eventuell zu einer allgemein gesünderen und bewussteren Lebensweise führt. Das subjektive Empfinden beim Fasten kann einen ausschlagenden Impuls für eine Veränderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten geben.

Wer nicht fasten sollte

Heilfasten sollten nur gesunde Menschen. Schwangere und stillende Frauen, Kinder, Menschen mit Blutungsneigung oder Schilddrüsenüberfunktion, Typ-1-Diabetiker, Krebskranke, Untergewichtige, sowie Menschen mit Durchblutungsstörungen im Gehirn und Menschen mit einer Essstörung in der Vorgeschichte sollten gar nicht fasten.  Auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, Gicht, Rheuma, Arthrose, Schuppenflechte und ausgeprägten Allergien solltet Ihr aufs Fasten verzichten.

Menschen mit psychischen Krankheiten sollten vorher unbedingt ihren Arzt befragen. 

Das Heilfasten kann aber wohl bei einigen Krankheitsbildern hilfreich sein. Dazu gehören unter anderem Adipositas, Asthma, Rheuma und das Reizdarmsyndrom. Wissenschaftlich nachgewiesen ist der positive Effekt des Heilfastens bei diesen Krankheiten aber nicht.

Glücksgefühle und Vitalität

Heilfasten sollte also eher der seelischen Gesundheit dienen. Viele Fastenden berichten von Glücksgefühlen, mehr Vitalität, einem besseren Wohlbefinden sowie einer erhöhten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Tatsächlich schüttet der Körper bei längerem Fasten Endorphine (Glückshormone) aus, um die Hungerphase erträglicher zu machen.

Eine Fastenkur muss gut vorbereitet werden. Im Idealfall solltet Ihr zumindest einmal vorher mit einem Arzt Rücksprache halten. Längere Fastenkuren sollte man nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen.  Nur wer körperlich fit ist, darf zuhause fasten.

Drei Phasen des Fastens

Das Fasten gliedert sich in drei Phasen. Man beginnt mit den Entlastungstagen, darauf folgen die Vollfastentage, abschließend folgen die Aufbautage, auch Fastenbrechen genannt.

Vor allem an den Entlastungs – und den Vollfastentagen sollte leichte Bewegung in den Tagesablauf eingeplant werden. Lange Spaziergänge oder Yoga eignen sich gut als begleitende Sportart.

Zu Beginn einer Fastenkur legt man ein bis zwei Entlastungstage ein, an denen man auf Fleisch, Fettiges, Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und Süßigkeiten  verzichtet. An diesen Tagen solltet Ihr viel trinken (ca. zwei Liter stilles Wasser, Saftschorle oder Kräutertee). Zu essen gibt es nur Obst, Gemüse und Vollkornreis.

Am zweiten Entlastungstag empfiehlt es sich, den Darm zu reinigen. Das kann man entweder mit einem Einlauf oder einem Abführmittel geschehen. Sobald der Darm leer ist, stehen für die Vollfastentage nur noch Kräutertees, Brühe, Obst- und Gemüsesäfte, Wasser und Honig auf Eurem Speiseplan. Morgens beginnt man am besten mit viel Wasser und Kräutertee. Zur Mittags- und Abendzeit könnt Ihr Euch eine Fastenbrühe aus püriertem Gemüse zubereiten. Während des Heilfastens ist es wichtig, auf die Darmreinigung zu achten, um Verdauungsstörungen zu vermeiden.

Langsam wieder essen

Nach den Vollfastentagen muss der Magen unbedingt noch geschont werden. Als erste Mahlzeit eignet sich z.B. ein Apfel. Über den Tag verteilt sollte man weitere kleinere Mahlzeiten wie Gemüse, Obst, Joghurt und Getreideprodukte zu sich nehmen. Hier ist es wichtig, langsam zu kauen und erst nach und nach neue Lebensmittel hinzuzufügen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Heilfasten bisher keinen nachgewiesenen medizinischen Effekt hat. Für bestimmte Risikogruppen und ohne eine gründliche Vorbereitung bestehen sogar gesundheitliche Risiken für den Fastenden. Wer jedoch in Absprache mit einem Arzt und unter Beachtung der Regel fastet, macht bestimmt eine interessante, und vielleicht ja sogar lebensverändernde Erfahrung. 

(mgä)

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