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Radio Hamburg

Precycling statt Recycling!

Zero Waste - Zero Problems

Hamburg, 25.10.2017

Die wortwörtliche Übersetzung von "Zero Waste" lautet "null Müll", aber gleichzeitig auch "null Verschwendung". Genau die Lebensweise, die der neue Trend vermitteln möchte.

Entstanden ist die ökologische Bewegung in vor ein paar Jahren in den USA, nun kennt sie fast jeder.

"Zero Waste" zielt darauf hin, im Alltag keine Rohstoffe zu verschwenden und keinen Abfall allgemein zu produzieren. Somit ist Recycling Schnee von gestern; der Müll, der früher immer recycelt werden sollte, soll nun gar nicht erst entstehen.

Die Rohstoffe, die nicht mehr benötigt werden, sollen dennoch neu verwertet werden. Die meisten Plastikprodukte zum Beispiel werden momentan verbrannt, wogegen "Zero Waste" kämpfen möchte. Die Idee ist selbstverständlich keine, die von einem Tag auf den anderen umgesetzt wird - wir haben es hier mit einem langwierigen Prozess zu tun, der momentan noch mehr oder weniger in seinen Startlöchern steht.

Zero Waste in der Hansestadt

Auch in Hamburg verbreitet sich diese Philosophie, die nach Nachhaltigkeit strebt, zunehmend. Seit Ende Juni 2017 gibt es beispielsweise das " Appelhoff & Botterfatt" Projekt, welches mit regionalen Versorgern zusammenarbeitet und eine Markthalle ganz ohne Verpackungen werden soll. Ein weiteres Beispiel ist " MoLa", ein verpackungsfreier Laden auf Rädern für den Wochenmarkt oder auch als Lieferdienst nachhause. "Zero Waste" möchte alle Verpackungen komplett abschaffen, um in der heutigen Wegwerf-Gesellschaft ein Statement zu setzen. In Ottensen (Am Felde 91) gibt es bereits einen Laden ohne Verpackungen, er heißt " Stückgut". Im Prinzip kann man sich das fast so vorstellen wie normales Einkaufen: Ihr bringt eure eigenen Verpackungen mit, füllt die Produkte ab und bezahlt im Anschluss ganz normal. Was so einfach klingt, kann unserem Planeten ungemein helfen.

Wie geht es nun weiter?

Auch ein Online-Shop ist bereits im Netz vorhanden, über den man unverpackte Produkte bestellen kann. Selbstverständlich werden auch diese in normalen Kartons verpackt, aber mit Material, welches schon einmal verwendet wurde. Die Erfinder wollen den Online-Markt umweltfreundlicher gestalten und liefern mit DHL GoGreen, eine klimaneutrale Art, Pakete zuzustellen. Der Shop heißt " Original Unverpackt" (ou) und wirbt mit Slogans wie "There’s no planet B."

Schon bald soll es sogenannte Unverpackt-Läden in ganz Hamburg geben - im Optimalfall in jedem Stadtteil. Es geht darum, die Läden für jedermann überall erreichbar zu machen. Auch soll natürlich das Bewusstsein der Menschen geweckt werden, um unseren Planeten zu retten. Immerhin profitieren nicht nur wir davon, sondern auch die künftigen Generationen.

Zero-Waste- ein utopischer Traum oder die Zukunft der globalen Gesellschaft?

Ziele, wie ein vollständiger und weitestgehend geschlossener Ressourcenkreislauf, der durch das Wiederverwenden von Rohstoffen erreicht werden soll, oder ausschließlich verpackungsfreie Supermärkte sind eher unrealistisch. Ich glaube kaum, dass alle Menschen mitmachen würden. Auch die Faulheit steuert einen großen Teil zu den Hindernissen der Umsetzung bei, nicht jeder würde immer beim Einkaufen beispielsweise eigene Marmeladengläser mitnehmen. Es gibt Probleme, die in unserer heutigen Konsumgesellschaft einfach immer im Weg stehen werden. 

Aber: Die Bewegung ist eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung und beinhaltet vielversprechende Gedanken. Die ersten bereits existierenden Start-Up Unternehmen sind der Beweis dafür, dass derartige Projekte durchaus umsetzbar sind und etwas ändern können. Je mehr Leute sich in der Zukunft der Überzeugung einer nachhaltigen Lebensweise anschließen, desto erfolgsversprechender wird "Zero Waste" dementsprechend auch.

Wir werden sehen - vielleicht geht ihr ja nächstes Mal auch mit euren eigenen Schüsseln oder Glaßgefäßen einkaufen…

(jma)

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