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Radio Hamburg

Entspannen & losfliegen

Die besten & einfachsten Tipps gegen Flugangst

Hamburg, 24.04.2018
Flugzeug, Fliegen

Rund 15 Prozent der Deutschen leiden unter Flugangst - doch aufs Fliegen sollte man dennoch nicht verzichten und wir haben die besten Tipps gegen eure Angst. 

Dem Regen entfliehen und ab in die Sonne. Doch wenn wir Norddeutsche in wärmere, ausländische Gefilde wollen, dann reicht bei uns meistens nicht nur eine kurze Autofahrt. Zwar freut man sich nach der Buchung auf seinen Urlaub in Spanien, Italien, Portugal und Co. – doch da ist noch eine recht große Hürde zu überbrücken. Der Flug dahin. Gut, für viele ist ein Flug nichts Schlimmes – einige empfinden es sogar als angenehm. Doch dann gibt es noch die andere Seite. Panik, Angstschweiß, Übelkeit, Magenkrämpfe, allein wenn man nur ans Fliegen denkt.

Mit Angst konfrontieren

Doch Flugangst ist keine Seltenheit. Fast jeder dritte Fluggast leidet unter der Angst vorm Fliegen oder mindestens Unwohlsein währenddessen. Deshalb verzichten viele Menschen mit Flugangst auf längere Flüge oder steigen erst gar nicht ins Flugzeug. Aber genau da liegt der Fehler. Denn eine Angst bekämpft man nur, wenn man sich mit ihr konfrontiert und sie angeht. Und ja, es ist in Ordnung Angst zu haben.

Angst vor Kontrollverlust

Bei vielen kommt die Angst auch nicht von irgendwo her, aus dem Nichts. Zum einen haben viele mit dem Kontrollverlust während des Fliegens zu kämpfen. Immerhin gibt man sein ganzes Leben in die Hände zweier Menschen, die man nicht kennt und noch nie gesehen hat. Außerdem kennen sich viele Menschen nicht mit Flugzeugen aus, was zusätzlich die Angst schürt. Doch Flugzeuge sind sicherer, als man denkt – selbst wenn die Triebwerke ausfallen, können Flugzeuge noch ca. 200 Kilometer im Gleitflug sich oben halten – sie plumpsen tatsächlich nicht plötzlich vom Himmel. 

Diese Tatsache muss man sich immer wieder vor Augen halten, wenn man mal wieder mit seinen Gedanken abrutscht und in wilde Spekulationen gerät. Mit ganz einfachen Tipps geht es einem schon gleich viel besser.

Tipps gegen Flugangst

  • Pünktlich sein!

    Nichts ist stressiger, als wenn man zu spät kommt. Seid also so früh am Flughafen, dass ihr entspannt durch den Check-in und die Kontrollen kommt und anschließend noch ein bisschen herumlaufen und stöbern könnt. Der Gedanke, so wenig Zeit auf dem Flughafen zu verbringen, ist keine gute Lösung, denn meistens artet das in so viel Stress aus, dass man noch angespannter ins Flugzeug steigt, weil man keine Zeit hatte, sich damit auseinanderzusetzen, dass man gleich fliegt. Man muss es zulassen. 

  • Fragen stellen & düstere Gedanken verbannen

    Das erste, wo Menschen mit Flugangst aufschrecken, sind ungewohnte Geräusche und Bewegungen. "Was ist das für ein komisches Summen?", "Wieso rattert es auf einmal unter uns?", "Klang der Pilot nicht irgendwie angespannt, oder hat er gar gelallt?" - STOPP. Mit solchen Gedanken steht man sich nur selbst im Weg. Benutzt man beispielsweise Noise Canceling Kopfhörer, sind die Geräusche schon mal weg. Seid ihr dennoch verunsichert, dann fragt gern das Bordpersonal. Dazu ist es schließlich in erster Linie da. Nicht für irgendwelche Shoppereien oder zum Reichen eines Bierchens. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Fluggästen den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten und ihn bei Bedarf auch zu beruhigen. Also scheut nicht davor, so viele Fragen wie nötig zu stellen. 

  • Den richtigen Platz buchen

    Flugangst besteht nicht nur aus Höhenangst und Angst vor Kontrollverlust. Oft kommt auch noch leichte Klaustrophobie dazu. Die hinteren Sitzreihen sind meistens deutlich enger, als die vorderen, weshalb die XL-Plätze auch immer sehr begehrt sind. Wer keinen mehr beim vorigen Online-Check-in ergattern konnte, der sucht sich am besten einen Platz am Gang. Man hat nicht das Gefühl vollkommen eingesperrt zu sein und einem wird das Gefühl genommen, nicht fliehen zu können in einem Notfall. Außerdem empfiehlt es sich, einen Platz auf Höhe der Tragflächen zu buchen. Nicht, weil man da die Triebwerke im Blick hat, sondern weil man, wenn man doch einen Fensterplatz hat, nicht immer die vielen Meter in die Tiefe schauen muss. Außerdem bemerkt man leichte Turbulenzen, die übrigens vollkommen normal sind, hier am wenigsten. 

  • Entspannung durch richtige Atmung

    An den Armlehnen festkrallen und das für mehrere Stunden ist nicht gerade angenehm und nimmt einem auf gar keinen Fall die Angst. Man muss sich davon befreien. Das ist leichter gesagt, als getan. Doch die richtige Atmung kann einem bereits dabei helfen, sich zu entspannen. Dafür immer tief einatmen und lange ausatmen, die Luft kurz halten, und von vorne starten. Durch das lange Ausatmen lockern sich die Verspannungen im Körper. Zusätzlich kann man noch die Beine und Fäuste bewusst anspannen und dann wieder lockern. Probiert es gern vor dem anstehenden Flug aus, ihr werdet merken, wie sehr ihr euch entspannt. Und konzentriert euch ausschließlich auf eure Atmung. 

  • Die richtige Kleidung

    Damit ihr auch richtig tief einatmen könnt und nichts zwickt und drückt, zieht am besten bequeme Kleidung an. Egal wie ihr ausseht, Hauptsache ihr fühlt euch wohl. Geeignet ist auch der Zwiebellook, sollte einem zu Beginn etwas heißer sein und später wieder kühler werden, wenn sich der Körper ans Fliegen gewöhnt hat. 

  • Ablenkung während des Flugs

    Ist die Kleidung bequem und die Atmung geregelt, gehts an die Ablenkung. Den ganzen Flug über mit der Atmung beschäftigen ist auch kein Traum. Deshalb nehmt am besten eure Kopfhörer mit, euer Lieblings-Buch, euer Tablet oder euer Smartphone. Seien es nun Hörbücher, Musik oder Filme und Serien. Ist man erstmal abgelenkt, vergeht die Zeit wie im Flug - im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Netflix und Amazon Video kann man sich ja zum Glück seine Lieblings-Serien- und Filme vorher runterladen und sogar im Flugmodus schauen. Perfekt.

  • Unbedingt Nahrung aufnehmen

    Essen und Trinken nicht vergessen - ganz wichtig! Denn auch wenn man einen nervösen Magen hat, sollte man etwas zu sich nehmen. So hält man nicht nur seinen Blutzuckerspiegel konstant, sondern signalisiert dem Körper unterbewusst, dass alles in Ordnung ist. Denn wer trinkt und isst schon, wenn nicht alles in Ordnung ist? Man muss den Körper einfach ein bisschen austricksen. 

  • Baldriantropfen als pflanzliches Entspannungsmittel

    Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann sich auch noch zusätzlich in der Apotheke Baldriantropfen holen. Das pflanzliche Mittel ist bekannt dafür, dass es einen entspannt, weshalb es auch oft in Tees gegen Schlafstörungen zu finden ist. Ist etwas stärkeres wie Valium nötig, dann muss beim Arzt ein Rezept ausgestellt werden. 

  • Gut gemacht!

    Die Belohnung kommt zum Schluss. Denn gönnt man sich nach der Landung eine schöne Kleinigkeit, verbindet das Gehirn unbewusst das Fliegen mit etwas Positivem. 

PS: Das Neigen eines Flugzeuges zu den Seiten ist überhaupt kein Anzeichen für eine Katastrophe. Ebenso wie Autos müssen natürlich auch Flugzeuge gelenkt werden, da sie ja nicht immer nur Geradeaus fliegen.