Radio Hamburg

Schlagloch-Unfall

Wer zahlt den Schaden?

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Insgesamt fast 130 Straßen in Hamburg haben tiefe Schlaglöcher.

Hamburgs Straßen sehen aus wie Buckelpisten. Ein Schlagloch-Unfall kann da schnell passieren.

Schlagloch an Schlagloch - so sehen nach dem Winter viele Straßen in Hamburg aus! Das ärgert vor allem Autofahrer, die trotz Slalomfahrten regelmäßig in ein Schlagloch hineinfahren. In den meisten Fällen rumst es nur. Aber wer bezahlt den Schaden, wenn ein Autofahrer in ein Schlagloch gefahren und das Auto demoliert ist?

Matthias Schmitting vom ADAC: „Zunächst mal niemand. Denn meistens ist die Schuld dann doch auch beim Autofahrer. Winterschlaglöcher gehören zum Winter wie Schnee und Eis, das heißt in der Tauzeit von Februar bis Mitte April müssen wir mit erhöhtem Schlaglochaufkommen rechnen.“ Im Detail heißt das: „Ich muss meine Fahrweise daran anpassen. Das heißt, 50 km/h in der Stadt können schon zu schnell sein. Genügend Abstand zum Vordermann, so dass ich die Schlaglöcher auch erkennen kann, ihnen ausweichen kann oder sogar die Geschwindigkeit bis hin zum Stoppen vor dem Schlagloch reduziere ohne dabei andere zu gefährden“, so Matthias Schmitting.

Warum übernimmt nicht die Stadt die Verantwortung, schließlich muss die doch die Straßen in Ordnung halten? „Aus der Verantwortung kommt die Stadt, indem sie Schilder aufstellt, indem sie auf diese Straßenschäden hinweist oder sogar die Geschwindigkeit reduziert oder - wie wir es ja vielerorts in den vergangenen Tagen schon hatten – ganze Fahrbahnen, ganze Seitenstreifen, ganze Abbiegespuren schlichtweg sperrt.“

Wer sich nach einen Schlaglochschaden am Auto das Geld von der Stadt wiederholen will, muss übrigens nachweisen, dass er langsam genug gefahren ist, genügend Abstand zum Vordermann gehalten hat und dass der Schaden am Auto nicht schon vorher da gewesen ist. Am besten auch noch Fotos machen und Zeugen suchen. Nur so kann er bei der Stadt versuchen, seinen Schaden ersetzt zu bekommen.

Angeblich sind schon viele Hamburger bei ihrem Anwalt gewesen und wollen gegen die Stadt vor Gericht ziehen. Matthias Schmitting, wie schätzen sie die Erfolgsaussichten ein?

„Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht kann ich da nur sagen – hier will vielleicht der ein- oder andere findige Anwalt gerne Geld mit seinen Mandanten machen, also erst mal in Aussicht stellen ‚da kriegen wir auf alle Fälle was raus‘ und zum Schluss bleibt man dann auf den Prozesskosten sitzen. Wenn der Anwalt seriös ist, dann weist er mich auf jeden Fall darauf hin, dass mindestens 30 Prozent des Schadens bei mir bleibt und über den Rest können wir versuchen zu klagen. Da läuft es dann meistens auf den Vergleich hinaus. Das heißt von den übrig bleibenden 70 Prozent bekomme ich vielleicht 35 Prozent erstattet, muss aber eventuell auch einen Teil der Gerichtskosten tragen.“