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Radio Hamburg

Gefährlich und nicht zu unterschätzen

So entsteht Nebel in Norddeutschland

Hamburg, 19.11.2012

Nebelwände versperren uns momentan täglich die Sicht. Aber wie entsteht Hochnebel und warum ist er so gefährlich?

Immer wieder warnt Sie Wetterexpertin Anke aus der Radio Hamburg Morning-Show in diesen Tagen vor Nebel, der Ihnen die Sicht versperrt. Das ist besonders auf den Straßen gefährlich. Kinder können beim Überqueren der Straße übersehen werden, zu dichtes Auffahren kann zum Auffahrunfall führen und Geschwindigkeiten werden bei der Nebelsuppe am frühen Morgen falsch eingeschätzt. Oftmals verzieht sich der Nebel auch nicht im Laufe des Tages und Menschen scheinen gereizter zu werden. Stimmt das oder hat das einfach was mit Herbst- und Winterdepression zu tun? Anke erklärt:

"Der November ist meiner Meinung nach der 'Valium-Monat' der Meteorologie. Hektiker werden durch den ständigen Hochnebel ruhiger. Ruhige Menschen werden schläfrig und die besonders Schläfrigen unter uns leiden an Kopfschmerzen. Irgendetwas scheint dieser Hochnebel an sich zu haben, was sich nur schwer mit guter Laune in Verbindung bringen lässt."

So entsteht Hochnebel

Was ist eigentlich Hochnebel? Dieser Frage ist Anke zusammen mit Frank Böttcher aus unserem Wetterexperten-Team nachgegangen. "Nebel an sich kennen wir gut. Er entsteht in diesen Tagen immer dann, wenn die Wetterküche gleichzeitig Windstille, eine klare Nacht und feuchte Luft parat hat. Diese drei Zutaten reichen mühelos aus, dass es morgens Bodennebelfetzten auf den Feldern gibt (es also nicht zu feucht ist) oder gleich alles um uns herum ziemlich undurchsichtig ist. Wenn das der Fall ist, geht im November der richtig  großer Ärger der Meteorologen los. Wird sich der Nebel auflösen? Und wenn ja, dann wann. Oft geschieht erst einmal folgendes. Im Vormittagsverlauf erwärmt sich die Luft etwas. Dann kann diese etwas wärmere Luft zwischen unseren Häusern wieder so viel Feuchtigkeit aufnehmen, dass sich der untere Teil des Nebels auflöst. Zuerst können die Maulwürfe wieder besser gucken, dann die Feldhasen und später die Menschen. Wir sprechen dann davon, dass sich die Nebeldecke anhebt. Was eigentlich gar nicht stimmt, denn sie löst sich nur im unteren Teil auf. Die Hochhäuser und unser Fernsehturm stecken dann immer noch im Nebel. Und diese eigentlich tiefen Wolken, nennen wir Hochnebel.  

Für viele Meteorologen ist das der Nebel des Grauens. Vorhersagemodelle scheitern reihenweise daran sagen zu können, wann sich der Hochnebel auflöst. Neben der Vorhersagen einzelner Gewitter ist die Auflösung dieser tiefen Wolkendecke heute immer noch die größte Herausforderung der Wetterleute. Da schon winzige Temperaturunterschiede genügen, damit es in einem Stadtteil bedeckt bleibt und im anderen plötzlich sonnig wird, ist eine genaue Vorhersage für den nächsten Tag in einigen Fällen sogar unmöglich."

Das Geheimnis lüftet diese Wolkenart am nächsten ohne unser Zutun. Wenn es also mal wieder einmal „teils sonnig, teils neblig-trüb“ heißt, dann sind sich selbst die besten Wetterexperten nicht sicher. Und das bereitet uns Meteorologen auf jeden Fall starke Kopfschmerzen.   

Mehr Nebel, mehr Unfälle

Im Jahr 2011 kam es zu mehr als 700 Verkehrsunfällen, die durch Nebel verursacht wurden und bei denen Personenschäden zu verzeichnen waren, vielfach mit schweren Verletzungen oder auch mit Todesfolge. Nebel stellt somit eine deutlich unterschätzte Gefahr dar. Oft wird übersehen, dass bei Nebelbänken die Sichtweite schon innerhalb von sehr kurzen Strecken nahezu auf Null absinken kann. Wer dann noch mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h fährt, ist vergleichbar mit einem Piloten, der seine Maschine im Blindflug fliegt. 

So nebelig wird’s in den nächsten Tagen

Da die aktuelle Hochdruckwetterlage zunächst noch andauert, wird es auch in den nächsten Tagen wieder verbreitet zu Nebel oder Hochnebel kommen, vor allem in den Vormittagsstunden. Stellen sie sich deshalb darauf ein, dass besonders in der Nähe von Flüssen und Seen oftmals Nebel mit geringen Sichtweiten auftritt. Reduzieren sie rechtzeitig ihre Geschwindigkeit und kommen sie langsam, aber sicher ans Ziel.

So wird das Wetter in Hamburg in den nächsten Tagen

(aba/dpa)