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Radio Hamburg

Jan Delay

Über sein neues Album "Hammer & Michel"

Hamburg, 09.04.2014
Jan Delay, Universal Music, 2014

Jan Delay bringt am Freitag, 11. April, sein Album "Hammer & Michel" auf den Markt.

Auf Hip-Hop, Reggae, Funk und Soul folgt jetzt Rock. Jan Delay erfindet sich mal wieder neu. Und bleibt doch der Alte.

Auch wenn er jetzt unter die Rockmusiker gegangen ist, auf seinen smarten Anzug will Jan Delay nicht verzichten.

Anzug mit Nieten

Das Outfit wurde entsprechend angepasst: Nieten, Lederaufsätze und Leopardenfell schmücken nun die maßgeschneiderte Garderobe des selbsternannten Chefstylers. "Reggae und Funk sind tot, jetzt ist Rock dran", heißt die neue Parole des Hamburgers, der am Freitag (11. April) mit "Hammer & Michel" sein viertes Soloalbum herausbringt.

Neuer Musikstil

"Es war eine Frage der Ehre, dass ich nicht nochmal das Gleiche mache", erklärt der 37-Jährige im Interview. "Ich habe immer eine Zeit, in der ich mich in eine Musikrichtung vertiefe und ganz intensiv höre, und dann habe ich auch Bock, das zu machen." Manche Kritiker scheinen dagegen eher irritiert ob der neuen Kehrtwende des Musikers.

Hip-Hop, Reggae & Soul sind Vergangenheit

Doch es ist zu erwarten, dass das neue Album wohl zumindest kommerziell gut ankommt und Delays Erfolgskarriere fortschreibt. Bereits in den 90er Jahren wurde er mit der Hip-Hop-Band Beginner (damals Absolute Beginner) populär. Später folgte eine Reggae-Platte, dann die Funk- und Soul-Alben "Mercedes Dance" (2006) und "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" (2009), die beide auf Platz eins der Charts gingen.

Jetzt kommt Rock

Und nun also Rock! Erste Berührungspunkte mit dem Genre gab es früh, die Ramones-Platte seiner Eltern etwa, die er wegen des Comic-Covers liebte. Dann spielte Jan Eißfeldt - wie er eigentlich heißt - in einer Schülerband Schlagzeug. Und selbst in seiner extremen Hip-Hop-Zeit seien einige Rock-Dinger erlaubt gewesen, erklärt er. Lenny Kravitz, Nirvana oder Rage against the Machine. Später prägten ihn dann Bands wie Mando Diao oder die Arctic Monkeys.

Funkiger Soung & nasaler Sprechgesang

Das alles ist nun eingeflossen in die neue Platte. Immer wieder gibt es harte Gitarrenriffs zu hören, für den Videodreh zum gleichnamigen Stück "Wacken", ist er sogar zum dortigen Heavy-Metal-Festival gefahren ("Ich meine, was ist mehr Rock als Wacken?"). Doch im Großen und Ganzen ist auch "Hammer & Michel" vom eigenen Stil des Künstlers geprägt. Für den funkigen Sound sorgt nicht zuletzt seine großartige Disko-No.1-Band, hinzu kommt der Delay-typische nasale Sprechgesang.

 

Zu den Songs

Thematisch bietet das Album einen breiten Mix mit Texten, die mal mehr oder weniger überzeugen. In "Dicke Kinder" kritisiert der frischgebackene Vater einer kleinen Tochter die schlechten Essgewohnheiten in manchen Familien: "Immer derbe Konserve, nix Frisches, weniger Vitamine als Sid Vicious." Das Magazin "Der Spiegel" urteilt umgehend: "Neunmalkluge Volksaufklärung verträgt sich schlecht mit dem Format des Rocksongs." Gefühlvoller kommt die Ballade "Hertz 4" daher ("Und hat sich mal in meinen Bauch ein Schmetterling verflogen, dann wurde er depressiv und ist jämmerlich erfroren."). Mit persönlichen Ängsten und ständigen Grübeleien beschäftigt sich "Kopfkino" ("Mein Kopfkino ist ein Multiplex, 24 Stunden offen. Nur manchmal nach ein paar Drinks
auf Ex, ist es für kurze Zeit geschlossen.").

"St. Pauli" als Party-Hit

Die erste Single "St. Pauli" ist wohl dazu auserkoren, nach "Klar" und "Oh Jonny" der neue Party-Hit zu werden - nicht nur auf all den Tanzflächen rund um die Reeperbahn. "Man fasst es kaum, weil es so berechenbar ist", lästert ein Journalist vom "Hamburger Abendblatt" in einem offenen Brief an den Künstler. "Dein 'St. Pauli' ist erschütternd harmloses Formatradio-Zeug. Touristenbespaßung.Pauschalpop für die blank polierten neuen Cocktailbars." Natürlich klinge das Album immer mehr nach Udo Lindenberg als nach Heavy-Metal-Sänger Udo Dirkschneider und mehr nach Lenny Kravitz als nach Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister, urteilt der "Rolling Stone" in seiner neuen Ausgabe.

Der "Jan-Delay-Groove"

Und was sagt der Musiker selbst zum neuen Sound? "Letztendlich ist es eine Jan-Delay-Platte. Ich bin ja auch ich", erklärt er. "Wenn ich Rock mache, mit meiner Disko-No.1-Band ist es nicht Rock-Rock sondern Tanz-Rock. Das sind wir, das bin ich, das ist mein Groove."

(dpa/kru)

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