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Radio Hamburg

Für die Kunstfreiheit

Erfolg für Pelham - "Sampling" ist erlaubt

Karlsruhe, 01.06.2016
RHH - Expired Image

Moses Pelham am Dienstag (31.05) im Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Seit 18 Jahren streitet sich HipHop-Produzent Moses Pelham mit der Band "Kraftwerk" um die Verwendung von zwei Sekunden Musik. Nun kann er einen Erfolg verbuchen.

Karlsruhe erlaubt Kopien fremder Musikschnipsel Karlsruhe. HipHop-Künstler dürfen kurze Sequenzen aus anderen Musikstücken verwenden. Ob sie dafür bezahlen müssen, hat der Gesetzgeber zu entscheiden. 

Zwei Sekunden langes Sample

So urteilte am Dienstag (31.05 )das Bundesverfassungsgericht im langen Streit zwischen Hip- Hop-Produzent Moses Pelham und den Elektro-Pionieren von Kraftwerk. Pelham hatte 1997 - ohne zu fragen - ein zwei Sekunden langes Sample aus dem Kraftwerk-Stück "Metall auf Metall" benutzt. Es war dann als durchlaufender Beat auf dem Stück "Nur mir" der Rapperin Sabrina Setlur zu hören.

BGH urteilte anders

Kraftwerk-Gründer Ralf Hütter verklagte Pelham daraufhin - zeitweise mit Erfolg. Der Bundesgerichtshof entschied 2012, das Leistungsschutzrecht der Plattenfirmen gelte auch für "kleinste Tonfetzen". Diese dürften nur dann frei genutzt werden, wenn sie nicht "in gleichwertiger Weise" nachgespielt werden können. Bei dem Kraftwerk-Sample wäre das möglich gewesen.

Sample ist stilprägendes Element im HipHop

Dieses Urteil verletzte jedoch die Kunstfreiheit von Moses Pelham, entschied nun das Bundesverfassungsgericht. "Der Einsatz von Samples ist ein stilprägendes Element des HipHop", stellten die Verfassungsrichter fest. Die Eigentumsrechte von Kraftwerk und ihrer Plattenfirma seien dabei nur geringfügig beeinträchtigt worden.

(dpa/mgä)

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