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Radio Hamburg

Im Konzertcheck

Jennifer Lopez in Lissabon

Lissabon, 06.10.2012
Jennifer Lopez: Fans warten auf Einlass in Lissabon

Die JLo-Fans warten in Lissabon auf den Einlass.

Musik-Insiderin Tanja Ötvös hat das erste Europakonzert von Jennifer Lopez auf ihrer „Dance Again World Tour“ in Portugals Hauptstadt Lissabon gecheckt.

Konzertcheck: Jennifer Lopez am 05. Oktober in Lissabon

Ca. 15.000 Fans

Gecheckt habe ich das erste Europakonzert von Jennifer Lopez auf ihrer „Dance Again World Tour“ am 5. Oktober in Portugals Hauptstadt Lissabon im "Pavillon Atlantico". Der Pavillon fasst 15.000 Fans und die waren auch alle da.
In Hamburg spielt sie am 28. Oktober in der o2 World, die Tickets für das Konzert kosten zwischen 73 und 113 Euro, das Konzert ist noch nicht ausverkauft.
 
 

Vorab:

Die Portugesen feiern gern, dass habe ich schon bei meinem Coldplay-Konzertcheck in Porto mitbekommen. Auch hier in Lissabon wurde schon auf den Stühlen in der Halle getanzt, während noch die Titel aus der Hallenbeschallung abgespielt wurden. Aber die Portugiesen haben auch etwas von den Briten: vor der Halle wurde sich brav angestellt, um reinzukommen - vordrängeln gab's nicht, alles ganz diszipliniert. Der Frauenanteil betrug ca. 75 % bei dem Konzert, gerade die jungen Damen zwischen 12 und 14 Jahren sind vorab total ausgeflippt und aufgedreht.

Die Bewertung in Details

Sound:

Tja. Schlimm. Es hallte, JLo's Stimme war teilweise verzerrt und auch ihre Begleitband machte es nicht besser, das Arrangement der Mega-Hits hatte eher was von einem Tanztee und James Last. Das hätte mehr knallen können, deshalb nur gerade mal 2 Mikros.

Songauswahl:

Nichts zu meckern, über "If You had my love" bis let's get loud" und "Dance again" hat sie alle Hits gespielt, dafür volle 5 Mikros.

Konzertlänge:

Eher ein Witz. 90 Minuten hat sie auf der Bühne gestanden, das finde ich echt wenig. Dafür von mir nur 2 Mikros.

Zugabe:

Eine einzige Zugabe hat sie ihren Fans gegönnt, "Dance Again" war der letzte Titel des Konzertes. Für diese magere Zugabe gibt es von mir gerade mal 2 Mikros, weil sie überhaupt noch mal rausgekommen ist.

Support:

Da war nix. Keine Vorband, nicht mal ein DJ der live auflegt. Das macht die Konzertlänge von 90 Minuten noch schlimmer!

Leinwand:

Links und rechts der Bühne hingen zwei große Monitore, das war fein. Dafür 4 Mikros.

Stimmung:

Anfangs standen die Fans noch auf den Stühlen, später dann nur noch bei den ganz großen Hits. Da wäre mehr gegangen, aber dadurch, dass das Konzert so unnahbar war, kam nicht dauerhaft eine gute Stimmung auf. Dafür von mir nur 3 Mikros. Da wäre wesentlich mehr gegangen.

Publikumseinbindung:

Na ja, das übliche. "I love you", "Come On" und ab und zu mal Hände schütteln. Und sich einen Portugalschal umhängen, den ihr ein Fan auf die Bühne geworden hat. Nett, aber nicht wirklich herzlich. Deshalb 3 von 5 möglichen Mikros.

Produktionsaufwand:

Tolle Windmaschinen waren auf der Bühne installiert, damit JLo's Haare immer leicht im Wind wehten. 5 Kostümwechsel, allesamt Träume einer jeden Eiskunstläuferin. NIcht originell, immer kurz, eng und glitzernd - "gähn". Zwischendurch mal ein paar Federn, nichts neues. Die Tänzer von JLo wiederum waren fantastisch, auch JLo konnte da super mithalten. Es gab zwei Videoeinspieler. In dem einen Video waren die kleinen Zwillinge von JLo zu sehen und in dem anderen Video sitzt sie neben ihrem Chefcoreographen und Lover Caspar. Das war entschieden zu intim und wirklich eher nur unterstützend bei der Selbstinzenierung von Jennifer Lopez - nach dem Motto: "seht mal, ich bin eine von Euch, eine liebende Mutter!" "Würg." Dazu ein paar Laser, Konfetti, Feuerkanonen und Luftballons, die von der Decke fielen. Alles schon tausendmal und dann viel besser gesehen. Für den Produktionsaufwand von mir deshalb nur 2 Mikros.

Preis-Leistungs-Verhältnis:

Eine absolute Frechheit! MIndestens 73 Euro soll ein Ticket für dieses Konzert hier in Hamburg kosten, das steht in keinem Verhältnis zur Show - siehe Produktionsaufwand.

Fazit:

Das ganze Konzert über hatte ich das Gefühl, eher einem Videodreh beizuwohnen, denn in einem richtigen Konzert zu sitzen. Die Musik war nur Beiwerk, damit die Hauptdarstellerin des Videos, nämlich Jennifer Lopez, ihre Lippen passend bewegt und die Tänzer im Takt sind. Im Gegensatz dazu gab's zum Beispiel bei Madonna wenigstens eine ordentliche Show, aber außer halbnackten Tänzern und hässlichen Kostümen wird mir hier gar nichts geboten. Richtig aufgerundet müsste das Konzert eigentlich noch knappe 3 Mikros bekommen und damit die Wertung: nur für Fans. Aber angesichts der Ticketpreise ist dieses Konzert auch für Fans eine Zumutung. Deshalb meine Empfehlung: nichts verpasst. Mit 73 Euro können Sie es besser und länger knallen lassen!