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Radio Hamburg

Bundestagswahl 2017

Alle Ergebnisse und Reaktionen aus Hamburg

Hamburg, 25.09.2017
Hamburg Wahl Motiv 2

Die ersten Ergebnisse aus Hamburg sind stellenweise doch überraschend.

Die ersten Hamburger Wahllokal sind bereits ausgezählt und auch führende Hamburger Politiker äußern sich zum Ergebnis der Bundestagswahl.

Nach den ersten Ergebnissen zur Bundestagswahl 2017 reagieren auch Hamburgs Spitzenpolitiker zum aktuellen Geschehen in Berlin und Deutschland. Auch die ersten Wahllokale in Hamburg sind bereits ausgezählt - teilweise mit überraschenden Ergebnissen.

Ergebnisse aus Hamburg

Die CDU liegt vor der SPD, jedoch ist der Abstand nicht riesig. Die ersten Berechnungen des Statistikamts Nord von 21.12 Uhr am Sonntag sollten Recht behalten, denn die SPD verliert dennoch immerhin fast 8,9 Prozentpunkte und kommt auf 23,5 Prozent. Die CDU verliert ebenfalls (minus 4,9 Punkte), bleibt mit 27,2 Prozent aber vor der SPD. Drittstärkste Kraft in Hamburg sind danach mit 13,9 Prozent die Grünen (plus 1,2 Punkte), gefolgt von den Linken mit 12,2 (plus 3,4) und der FDP mit 10,8 Prozent (plus 6,0). Die AfD legt um 3,6 Punkte auf 7,8 Prozent zu.

 

Scholz sieht Schulz weiter als SPD-Chef

Olaf Scholz sieht SPD-Chef Martin Schulz trotz der Wahlniederlage als künftigen Parteivorsitzenden. "Selbstverständlich kann er Parteichef bleiben", sagte Scholz. Es sei für die demokratische Debatte in Deutschland wichtig, wenn die SPD die Opposition im Bundestag anführe. Die SPD werde keine 20-Prozent-Partei bleiben, sagte der Parteivize. Außerdem verteidigte er den Gang seiner Partei in die Opposition: "Es ist gut, dass wir gemeinsam diskutiert haben, dass wir aus diesem Wahlergebnis den Schluss ziehen, dass die SPD in die Opposition geht." Eine weitere Auflage der großen Koalition sei auch aus demokratischen Gesichtspunkten falsch, da der politische Wettbewerb zwischen der linken und der rechten Mitte stattfinden müsse.

Die SPD müsse eine liberale Alternative in der Opposition formulieren, "die gleichzeitig sicherstellt, dass die Zukunft der Bürgerinnen und Bürger auch in veränderten Zeiten (...) gelöst werden kann." Andernfalls bestimme das Ressentiment die politische Debatte. "Das müssen wir und werden wir verhindern."

Hamburger AfD feiert sich als Oppositionspartei

Zuvor hatte Hamburgs AfD-Spitzenkandidat Bernd Baumann seine Partei bereits als die wirkliche Opposition bezeichnet. "Wenn das Parlament nicht in der Lage ist, eine richtige Opposition zu formieren, (...) dann braucht es eine neue Opposition, eine richtige Opposition. Und das ist jetzt die AfD", sagte er in der Hansestadt. Gleichzeitig wies er jegliche Vorwürfe des Rechtsextremismus in seiner Partei zurück. "Rechtsextreme haben wir bei uns nicht", sagte er.

SPD-Spitzenkandidatin Aydan Özoguz spricht von Katastrophe

Hamburgs SPD-Spitzenkandidatin Aydan Özoguz hat nach der Bundestagswahl von einem katastrophalen Ergebnis für die Sozialdemokratie gesprochen. "Wir müssen jetzt natürlich daran arbeiten, uns zu erneuern", sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung am Sonntag im "NDR". Dass die SPD in Hamburg noch größere Verluste eingefahren hat als im Bund begründete Özoguz damit, dass die Sozialdemokraten von einem sehr hohen Niveau kämen. "Da kann man dann auch leichter verlieren."

Hamburger CDU von Ergebnis enttäuscht

Hamburgs CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg hat sich bei der Bundestagswahl ein besseres Ergebnis der Union erhofft. "Das ist schon eine kleine Enttäuschung", sagte er am Sonntag im "NDR". Dass seine Partei in Hamburg wohl zum zweiten Mal in der Geschichte vor der SPD landen wird, nannte Weinberg "eine wichtige Botschaft für uns als Union". Weinberg betonte: "Wir sind auf Augenhöhe mit der SPD."

GRÜNE sind für Koalitionsgespräche bereit

Die Grünen sind nach Angaben der Hamburger Spitzenkandidatin Anja Hajduk bereit für Gespräche zu einer möglichen Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen. "Wir sind bereit (...) Gespräche zu führen, aber es kommt schon auf die Inhalte an", sagte sie im "NDR". Der Auftrag liege nun bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das relativ gute Ergebnis der Grünen bei rund neun Prozent sei eine Bestätigung, "was unsere inhaltlichen Ziele angeht", sagte Hajduk. Bedauerlich sei jedoch, dass die AfD drittstärkste Kraft im Bundestag werde. "Das trübt natürlich den Wahlabend."

Handelskammer besorgt über AfD-Erfolg

Die Handelskammer Hamburg hat sich besorgt über den Einzug der AfD in den Bundestag geäußert. Nach den ersten Hochrechnungen sagte Präses Tobias Bergmann: "Dass erstmals eine Partei drittstärkste Kraft im Bundestag werden dürfte, die explizit den Austritt Deutschlands aus dem Euroraum fordert, führt hoffentlich zu einem noch deutlicheren Bekenntnis der anderen Parteien zu Europa".  Der Präsident der Handwerkskammer, Josef Katzer, erwartet im Namen der Hamburger Betriebe "auf Bundesebene eine Politik, die dafür sorgt, dass das Handwerk über ausreichend Fachkräfte verfügt". Katzer forderte einen nationalen Berufsbildungspakt, der eine Gleichwertigkeit der dualen Ausbildung und des Studiums sicherstelle.

(dpa/san)

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