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Radio Hamburg

Erststimme unwichtig?

Wie die Spitzenkandidaten mit der Zweitstimme werben!

Hamburg, 12.09.2017
Wahl, Wahlurne, Wählen

Mit der Zweitstimme die 5-Prozent-Hürde knacken? 

In den Medien präsentieren sich die Spitzenkandidaten der Parteien mit bescheiden-getarnten Aussagen: Die Zweitstimme reicht uns!

Es ist zu dieser Bundestagswahl kaum noch zu überhören: Spitzenkandidaten werben mit der Zweitstimme für ihre Parteien. So jüngst Christian Lindner der FDP und Kanzlerkandidat Martin Schulz. Es wirkt fast wie ein verzweifelter Versuch doch noch Stimmen zu gewinnen oder irgendwie in den Bundestag einzuziehen. Aber warum ist gerade die Zweitstimme wichtiger als die Erststimme?

Die Erststimme

Bei der Erststimme kommt es zur Wahl von Direktkandidaten, die meistens Mitglieder einer Partei sind. Die Parteimitgliedschaft ist allerdings nicht notwendig. Es handelt sich hierbei also um die Direktkandidaten des jeweiligen Wahlkreises. Der Kandidat, der die meisten Stimmen innerhalb eines Wahlkreises erhält, bekommt einen festen Sitz im Bundestag. Diese Art der Sitzbelegung wird auch Direktmandat genannt.

Die Zweitstimme

Hier stehen nicht die Personen im Fokus, sondern die Partei. Die Zweitstimme gibt an, wie viel Prozent der Sitze die Partei insgesamt besetzen darf. Hierzu verfassen die Parteien im Voraus Listen mit Politikern, die sie in den Bundestag entsenden möchten. Die Plätze, die nicht mit Direktmandaten gefüllt wurden sind, werden nun also mit der Zweitstimme aufgefüllt. Achtung! Die Partei muss allerdings auch die 5% Hürde schaffen.

Im Klartext bedeutet dies, die Zweitstimme ist wichtiger für die Parteien, weil sie über die prozentuale Verteilung der Sitze im Parlament entscheidet. Anstelle einer Person, können hier mit einer großen Stimmenanzahl mehrere Personen in den Bundestag einziehen. Im Zweifel dann eben auch jene Kandidaten, die es mit der Erststimme nicht geschafft haben. 

(lsh)