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Radio Hamburg

Prognosen, Hochrechnungen & Co.

Alle Zahlen zur Bundestagswahl 2017

Berlin, 24.09.2017
Wahlergebnisse Bundestagswahl 2017

Alle Infos, Zahlen und Co. findet ihr in unserem Wahl-Spezial.

Die CDU bleibt stärkste Kraft, die SPD konnte ihre Wähler kaum mobilisieren und die AfD zieht als drittstärkste Kraft in den Bundestag ein.

Die CDU/CSU hat die Bundestagswahl am Sonntag trotz deutlicher Verluste klar gewonnen, die SPD stürzt auf ihr bisher schlechtestes Ergebnis ab. Die AfD zieht nach den 18-Uhr-Prognosen von ARD und ZDF mit einem zweistelligen Ergebnis als drittstärkste Kraft in den Bundestag ein, die FDP kehrt dorthin nach vier Jahren zurück. 

Die Wahlbeteiligung lag bei 75,6 bis 76,5 Prozent (71,5). Zur Abstimmung aufgerufen waren rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte.

SPD will in die Opposition

Die SPD-Spitze hat sich nach dem historischen Absturz bei der Bundestagswahl einmütig dafür ausgesprochen, in die Opposition gehen. Das erfuhren die Deutsche Presse-Agentur und "Focus" nach einer Telefonschalte unter Leitung des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz am Sonntag. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz will trotz der historischen Wahlniederlage Parteivorsitzender bleiben und die Sozialdemokraten in die Opposition führen.

Erste verbale Entgleisung von Gauland

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat das gute Wahlergebnis seiner Partei als Kampfansage an die künftige Bundesregierung gewertet. "Sie kann sich warm anziehen. Wir werden sie jagen", sagte er am Sonntagabend in Berlin. "Wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen." Die Rechtspopulisten sind nach den Prognosen bei der Bundestagswahl am Sonntag drittstärkste Kraft geworden.

AfD punktet im Osten Deutschlands

Die AfD ist im Osten Deutschlands bei der Bundestagswahl am Sonntag laut einer Hochrechnung zweistärkste Partei. Wie der MDR nach Infratest dimap (MDR) online berichtet, erreichte die AfD in den Ost-Ländern und dem Osten Berlins 21,5
Prozent der Stimmen. Wahlsieger ist auch im Osten die Union mit 26,5 Prozent, die Linke bekommt demnach 16,5 Prozent und die SPD 14,5 Prozent der Stimmen. Die FDP erreicht 8 Prozent der Stimmen, die Grünen 6 Prozent.

Erste Gespräche bahnen sich an

Grüne und FDP sind nach der Bundestagswahl gesprächsbereit, was eine mögliche Koalition mit der Union angeht. Einen Automatismus für ein Jamaika-Bündnis gebe es aber nicht. FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte am Sonntagabend in der ARD: "Man kann uns nicht in eine Koalition hineinzwingen." Dies gelte ungeachtet der Tatsache, dass die SPD eine Fortsetzung der großen Koalition ablehne. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte, seine Partei werde "sehr ernsthafte Gespräche" mit den anderen demokratischen Parteien führen. Das gute Abschneiden der AfD sei "bitter für alle Bürger".

Die Grünen: selbstbewusst und bestimmt

Die Grünen wollen nach ihrem Wahlerfolg selbstbewusst in mögliche Gespräche über ein Jamaika-Bündnis mit Union und FDP gehen. "Wir werden kein einfacher Partner sein", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Sonntag in Berlin auf der Wahlparty der Grünen. Mit Blick auf mögliche Verhandlungen über ein Regierungsbündnis fügte sie hinzu: "Es werden schwierige Gespräche." Die Grünen würden mit allen Parteien reden außer mit der AfD. "Aber wir reden nicht über alles." 

FDP: "Den Ball flachhalten"

FDP-Chef Christian Lindner kann sich sowohl eine Regierungsbeteiligung als auch eine Oppositionsrolle für seine Partei vorstellen. Schwierigkeiten bei einer Jamaika-Koalition mit Union und Grünen ergäben sich schon aus den Wahlprogrammen, sagte er am Sonntagabend. Die FDP wolle Priorität für Bildung, eine Beschleunigung bei der Digitalisierung, eine Entlastung der Mitte der Gesellschaft, eine vernünftige Energiepolitik und eine neue Einwanderungspolitik. "Da sind Gemeinsamkeiten, aber auch Entfernungen sowohl zu CDU/CSU als auch zu den Grünen", sagte er. "Deshalb empfehle ich, den Ball flach zu halten."

 

Aktuelle Hochrechnung in Prozent (ARD, 21:15 Uhr)

CDU/CSU: 32,8 (-8,7)

SPD: 20,7 (-5)

Linke: 9 (+0,4)

Bündnis 90/Grüne: 9,1 (+0,7)

FDP: 10,4 (+5,6)

AfD: 13,2 (+8,5)

 

Aktuelle Sitzverteilung (ARD, 21:15 Uhr)

CDU/CSU: 217

SPD: 137

Linke: 60

Bündnis 90/Grüne: 60

FDP: 69

AfD: 88

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