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Radio Hamburg

Vergessen, verschnupft oder verhindert

So wird euer Wahlsonntag nicht zum Debakel

Hamburg, 24.09.2017
Wahl, Wahlurne, Wählen

Auch am Wahlsonntag kann kurz vor der Abgabe der Stimme noch etwas dazwischenkommen. Wir sagen euch, was ihr machen könnt, wenn ihr eure Stimme trotz Stolpersteinen doch abgeben möchtet.

Nur, wer seine Stimme abgibt, kann einen Teil dazu beitragen, in welche Richtung sich Deutschland in den nächsten 4 Jahren entwickelt. Doch was macht man, wenn am Wahlsonntag etwas dazwischenkommt?

Alle vier Jahren haben die über 60 Millionen wahlberechtigten Deutschen die Chance ihren Teil dazu beizutragen, wie das Land in den kommenden Jahren regiert werden soll und vor allem von wem. Umso wichtiger ist es, dass am Wahlsonntag selbst möglichst viele Menschen ihre Stimme abgeben. Denn je mehr Menschen zur Wahl gehen, desto aussagekräftiger ist die Wahl letztlich auch und desto eher entspricht die Volksvertretung auch dem Willen des Volkes. Daher: Wählen ist Bürgerpflicht und sollte von jedem von uns wahrgenommen werden. Nur wer wählen geht, darf am Ende auch die Politik und die Entscheidungen der Politiker wirklich legitim kritisieren. Kreuzchen machen kann also einiges bewegen - doch was macht man eigentlich, wenn am Wahlsonntag irgendetwas dazwischenkommt oder wenn man seine Wahlbenachrichtigung verloren hat? Fragen über Fragen - wir beantworten die Last-Minute Wahlfragen!

Probleme mit dem Ausweisdokument

Viele denken immer noch man müsste sich bei der Wahl ausweisen können. Stimmt das? Und was macht man eigentlich, falls man seinen Personalausweis vergessen oder verloren hat oder das gute Stück sogar abgelaufen ist?

Man muss sich bei der Wahl tatsächlich nicht zwingend ausweisen. In der Regel wird im Wahlraum mit der Wahlbenachrichtigung der Nachweis erbracht, dass man dort wahlberechtigt ist. Der Personalausweis oder Reisepass sollte jedoch zusätzlich bereitgehalten werden, um sich ausweisen zu können. Es reicht also, seine Wahlbenachrichtigung zum Wahllokal mitzubringen. Wer sich trotzdem unwohl fühlt und sich ausweisen möchte, allerdings keinen Personalausweis zur Hand, kann alternativ auf den Reisepass ausweichen. Andere Ausweismöglichkeiten gibt es aber nicht!

Der Wahlzettel zur Briefwahl ist nicht abgeschickt

Sehr unglücklich, aber natürlich möglich: Man hat Briefwahl beantragt, alle Unterlagen zu Hause, vergisst dann aber den Umschlag abzuschicken. Was macht man denn dann?

Wichtig ist, dass Briefwähler ihren Wahlschein mitbringen, der den Briefwahlunterlagen beiliegt! Mit diesem können Briefwähler in jedem Wahllokal ihres Wahlkreises wählen, da sie automatisch im Wählerverzeichnis eingetragen sind. Wer seinen Briefwahlstimmzettel bereits fertig hat und ihn einfach nur noch in die Urne im Wahllokal werfen möchte, darf dies allerdings nicht. Der Briefwahlumschlag muss dann im Wahllokal vor den Augen des Wahlvorstandes zerrissen werden und muss dann erneut in der Wahlkabine ausgefüllt werden.

Habe meine Wahlbenachrichtigung verloren oder vergessen

Am Wahlsonntag muss jeder seine weiße Wahlbenachrichtigungskarte mit ins Wahllokal bringen. Aber natürlich kann auch so ein kleines Stück Papier schnell verlieren oder vergessen. Darf man trotzdem seine Stimme im Wahllokal abgeben?

Auch in diesem Fall darf man wählen. Dann ist es aber zwingend erforderlich seinen Personalausweis oder Reisepass mit ins Wahllokal zu bringen und bei der Leitung des Wahllokals vorzulegen. Jeder Wähler ist im Wahlverzeichnis eingetragen und darf dann auch wählen. Vom Wahlvorstand bekommt man dann einen Ersatz ausgehändigt und darf im Anschluss ganz normal wählen. Wer allerdings weder Ausweisdokument noch Wahlbenachrichtigung hat, darf seine Stimme leider nicht abgeben.

Keine Wahlbenachrichtigung erhalten

Auch diesen Fall gibt es. Wie geht man vor, wenn man überhaupt keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat? Darf man dann überhaupt zur Wahl?

Auch in diesem Fall ist man nicht von der Wahl ausgeschlossen. Man sollte trotzdem mit dem Personalausweis oder Reisepass im angestammten Wahllokal vorbeikommen, da man auch dann im Wählerverzeichnis aufgeführt ist. Wer allerdings nicht weiß, in welches Wahllokal er gehen muss, der kann dies per Telefon unter der Behördennummer 115 erfragen. Im Wahllokal erhält man dann einen Ersatz und kann ganz normal wählen.

Krankheit, Verletzung und Co.

Das wünscht man natürlich niemandem. Aber was passiert, wenn man am Wahlsonntag plötzlich so verhindert ist, dass man das Haus oder Krankenhaus nicht verlassen kann und keine Briefwahl gemacht hat? Kann man jemanden mit einer Vollmacht ausstatten, der dann für einen das Kreuzchen setzt?

Eine Vollmacht zur Kreuzchenabgabe kann leider nicht ausgestellt werden. Es ist allerdings noch möglich quasi Last-Minute-Briefwahl durchzuführen, obwohl man diese vielleicht gar nicht im Vorfeld beantragt hat. Das Prozedere ist allerdings etwas umständlich und zeitkritisch. Man müsste einen Eilkurier zum zuständigen Bezirksamt schicken, der dort die Briefwahlunterlagen für einen abholt, diese dann wieder zu einem bringt, die man dann ausfüllt. Dann bringt der Kurier den Antrag wieder zurück ins Bezirksamt. Das Ganze muss dort am Wahlsonntag aber spätestens um 18 Uhr eingehen, sonst kann die Stimme nicht mehr zur Wahl zugelassen werden. Am besten erfragt man vorher nochmal unter der Behördennummer 115, ob noch die Zeit besteht, seine Stimme überhaupt noch abzugeben.

Ich bin jetzt doch im Urlaub

Last-Minute-Urlaub ist schon was Feines. Wenn er aber ausgerechnet auf den Wahlsonntag fällt und man keine Briefwahl beantragt hat, ist das schon ziemlich unglücklich. Gibt es aber trotzdem die Möglichkeit im Ausland noch schnell in einer Botschaft oder einem Konsulat zu wählen?

Das ist leider nicht möglich. 

(san)

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