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Radio Hamburg

Fangen, Einfrieren, Abschicken

Wissenschaftler erstellen einen Mückenatlas

Berlin, 23.07.2012
RHH - Expired Image

So sieht die gemeine Stechmücke aus, die unter anderem im Mückenatlas kartiert werden soll.

Im Dienst der Wissenschaft rufen Forscher in Deutschland zur großen Mückenjagd auf, um einen Mückenatlas zu erstellen.

Normalerweise nerven sie uns einfach, wenn sie kurz vorm Einschlafen um die Ohren summen und uns nicht nur um den Schlaf sondern auch um den Verstand bringen. Stechmücken sind klein. Und leider auch gemein. Zumindest für den, der gestochen wird. Für Wissenschaftler aber sind sie ein spannendes Forschungsobjekt: Sie wollen jetzt einen sogenannten Mückenatlas zusammenstellen und bitten Sie, die ansonsten so lästigen Tierchen per Post zu schicken. Wie? Ja, Sie haben richtig gelesen und wir erklären Ihnen warum und wie.

Was besonders in nassfeuchten Sommern in Heerscharen herumsurrt und zusticht und uns juckende Erinnerungen hinterlässt, ist nicht nur ein lästiges Übel auf Badewiesen oder beim Grillabend. Es ist ein Forschungsobjekt: Stechmücke sei für Wissenschaftler nicht gleich Stechmücke, sagt Ina Pokorny vom Naturkundemuseum Potsdam. Um neue Arten in Deutschland aufzuspüren und zu bestimmen, wollen Forscher einen bundesweiten Mückenatlas zusammentragen. Fundstellen und Arten werden dabei auch online in eine Deutschlandkarte eingetragen. Und in Zeiten von Facebook und anderen interaktiven Mitmach-Portalen gibt's jetzt quasi die Mücke 2.0, denn Sie sind gefragt die kleinen Biester zu fangen, einzufrieren und an das Brandenburger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung zu schicken. Das können Sie zum Beispiel auch bequem im Urlaub machen - mal eine etwas andere Urlaubskarte.

Bitte nicht zerquetschen!

Im Zuge des Klimawandels überleben inzwischen auch Arten aus dem Mittelmeerraum in unseren Breiten. Wer zum Mückenatlas beitragen will, muss nur einige Regeln beachten: "Wir benötigen ausschließlich Stechmücken. Sie sollten nicht zerquetscht, sondern möglichst unversehrt gefangen werden", sagt Pokorny. Durch die Schuppen oder Borsten könnten Forscher die Arten genau identifizieren.

So fangen Sie die Forschungsobjekte

Und die Wissenschaftler liefern auch gleich die Tipps mit, wie die Mücken schadlos gefangen werden können. Mücken bleiben unversehrt, wenn sie zunächst in einem großen Einmachglas gefangen werden. "Wenn man das Glas dann eine Weile in den Kühlschrank stellt, kann man die Mücken hinterher leicht in ein kleineres Gefäß befördern", sagt Pokorny. Um das Tier endgültig zu töten, reiche eine Nacht im Gefrierfach.

Forscher mit Mücken beglücken

Danach können sich Mückenjäger ein Mücken-Formular aus dem Internet ausdrucken, ausfüllen und ihren Fund losschicken - adressiert an das Brandenburger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Eberswalder Straße 84, 15374 Müncheberg). Portokosten können die Wissenschaftler leider nicht erstatten. Sie bieten aber jedem Mückenjäger einen Service an: Wer im Formular eine E-Mail-Adresse angibt, bekommt die Art mitgeteilt, die er "erlegt" hat.
 Für Mückenfänger in Potsdam und der näheren Umgebung gibt es einen Extra-Service. Sie können ihre Beute auch lebendig bei Pokorny im Naturkundemuseum abgeben - zum Beispiel im Einmachglas. Lebende Mücken werden in Potsdam bei minus 80 Grad eingefroren. Unter diesen Bedingungen können Forscher am Robert Koch-Institut das Tier später zusätzlich auch auf mögliche Viren oder Würmer untersuchen. "Wir brauchen außerdem möglichst detaillierte Informationen zur Fundstelle", sagt Pokorny, «Am besten sollte man den Stadtteil und den genauen Ort angeben - Keller oder Garten beispielsweise."

Google Maps war gestern - Jetzt gibt's "Mücken Maps"

Bei dem Projekt könnten auch seltene oder bislang unentdeckte Mückenarten aufgespürt werden. 3.500 Arten sind bislang weltweit bekannt, 49 davon in Deutschland. Wie kommen sie hierher? "Insbesondere beim Transport von Waren werden manchmal versehentlich Mücken oder deren Larven importiert", sagt Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Einzelne Insekten könnten auch in Passagierflugzeugen nach Deutschland gelangen.

Und die Fundkarte zeigt bereits, dass in Niedersachsen schon fleißig auf Mücken-Jagd gegangen wurde und diese eingesendet wurden. Hamburg und Schleswig-Holstein sind dagegen noch etwas mückenmüde. Also los! Nicht mehr über die Mückenplage schimpfen sondern sammeln und abschicken. Sozusagen im Dienste der Wissenschaft.

Grund zur Beunruhigung gibt es allerdings nicht: Bisher wurden keine Fälle von Krankheiten diagnostiziert, die in Deutschland durch Stechmücken auf den Menschen übertragen wurden, heißt es in der Projektbeschreibung der Wissenschaftler - auch keine Malaria. Heftig jucken können Mückenstiche aber - egal, welche Art der Blutsauger nun zusticht. Oberstes Gebot: nicht kratzen. Erst dadurch kann es zu bakteriellen Infektionen kommen, die sich zu Entzündungen entwickeln können.

Aber nicht nur Mücken machen uns manchmal zu schaffen, auch andere Insekten können lästig sein und ihren Stachel ausfahren. Was Sie gegen Insektenstiche aller Art tun können, lesen Sie in unserem Service-Beitrag zum Thema Insekten:

Juckende Mückenstiche

Vorsorge und Erste-Hilfe-Tipps

  • Vorsorge

    Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass Mücken ebenfalls auf den Atem eines Menschen regaieren. Wer also Reis gegessen hat, schüttet über seinen Atem mehr Dyoxid aus, was die Mücken anzieht. Kohl hält die Mücken dagegen fern.

  • Vorsorge

    Regentonnen sind der perfekte Platz für Mücken, um sich fortzupflanzen. Damit Eure Regentonne sicher vor ungewünschten Gästen bleibt, könnt Ihr die nervenden Stechbiester mit dem Wirkstoff Bacillus thuringensis isrealensis bekämpfen. Das biologische Mittel ist in flüssiger und fester Form in Baumärkten und Fachhändlern verfügbar. Das Mittel schadet Euch oder Euren Haustieren nicht, da es speziell auf Mücken abgestimmt wurde.

  • Vorsorge

    Da die Europäischen Mücken einen besonders langen Saugrüssel haben, können sie sogar durch die Kleidung stechen. Wichtig ist hierbei: Wenn Ihr Insektenspray zum Schutz vor Mückenstichen verwenden, solltet Ihr darauf achten, dass Ihr auch Eure Kleidung mit dem Spray einsprüht.

    Es hilft nichts, den Körper mit Insektenspray zu besprühen und sich danach seine Kleidung überzuziehen, weil die Kleidung immer noch den eigenen Körpergeruch trägt. 

  • Vorsorge

    Wer sich auch abends noch draußen aufhält, sollte sich, bevor er ins Freie geht, duschen gehen. Grund dafür sind Gerüche wie Schweiß, die die Mücken anlocken. Zudem gibt es auch einige Düfte, die die Stechmücken nicht leiden können. Ratsam sind beispielsweise Zitronen, die mit vielen Nelken bestückt sind, da Mücken den Geruch als unangenehm empfinden.

    Auch Duftstoffe wie Zitrus, Teebaum und Bergamotte meiden die Stechmücken. Süße Gerüche, wie Parfums und Seifen wirken hingegen anziehend.

  • Erste Hilfe – Mückenstich

    Oberstes Gebot: Nicht kratzen! Das verteilt den Speichel der Mücke und führt lediglich dazu, dass der Stich noch mehr juckt und sich eventuell sogar entzündet. Den Stich sofort mit Spucke abtupfen, auch kaltes Wasser soll den Juckreiz lindern. Den Stich anschließend kühlen - hier aber aufpassen, denn bei zu viel Kälte kann das Hautgewebe erfrieren - mit einem Insektengel aus der Apotheke versorgen, in einigen Fällen hilft auch eine Zwiebel.

  • Erste Hilfe – Mückenstich

    Was bei einem Stich ebenfalls helfen kann ist die Anwendung von Essig. Nach der Kühlung kann ein wenig Essig auf die Wunde getan werden, da das Essig den Juckreiz lindern soll. Der Geruch bleibt nicht lange.

    Außerdem helfen Kräuter wie Breitwegerich, die Ihr in der Apotheke erhaltet. Die Blätter des Breitwegerich könnt Ihr auf der Haut zerreiben.

  • Erste Hilfe - Mückenstiche

    Natürlich gibt es auch juckreizstillende Cremes und Gele. In einigen Fällen empfiehlt sich sogar die Anwendung einer Cortisonsalbe. Fragt hierfür aber lieber einen Apotheker oder Euren Arzt.

(dpa/aba)