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Radio Hamburg

Nach Großbrand in Düngemittelfabrik

Rauchwolke über Duisburg

Duisburg, 26.09.2012
Duisburg Wolke

Die brennende Lagehalle in Krefeld am Dienstag (25.09.)

Nach einem Großbrand in einer Düngemittelfabrik in Krefeld hat eine riesige Rauchwolke stundenlang die Menschen in der Region Nordrhein-Westfalens beunruhigt.

Nach einem Feuer in einer Krefelder Düngemittelfabrik zieht eine Rauchwolke kilometerweit über den Rhein. Die kilometerweit sichtbare Wolke wurde am Dienstag vom Wind in Richtung Ruhrgebiet getrieben. In mehreren Städten wurden die Menschen aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen. Kindergärten und Schulen sollten Kinder nicht ins Freie lassen. Nach Messungen des Landesumweltamts (Lanuv) bestand zwar keine Gesundheitsgefahr. Wegen neuer kleinerer Rauchwolken während der andauernden Löscharbeiten sollten die Anwohner aber auch in der Nacht noch keine Außenluft ins Haus lassen.

Löscharbeiten dauern noch Tage an

Die Rauchentwicklung war zeitweise so stark, dass die Schifffahrt auf dem Rhein zwischen Duisburg und Düsseldorf gestoppt werden musste. Auch eine Brücke wurde gesperrt. Am Düsseldorfer Flughafen mussten startende Jets auf eine Ausweichroute umgeleitet werden. Kinder in elf Schulen blieben nach Unterrichtsschluss bis zum Nachmittag sicherheitshalber in den Gebäuden. Die Brandursache war zunächst noch unklar. Die Werksleitung geht nicht von Brandstiftung aus. Die Löscharbeiten können nach Angaben der Stadt Duisburg noch zwei Tage lang dauern.

Keine Gefahr für Menschen

Die Stickoxid-Werte hätten unter der Nachweisgrenze gelegen, sagte ein Lanuv-Sprecher. Auch die gemessene Ammoniak-Konzentration sei ungefährlich für Menschen. Die Städte Duisburg, Essen und Mülheim hoben darauf ihre vorsorglichen Warnungen auf. In der Fabrik war am frühen Morgen ein Lager mit insgesamt 33.000 Tonnen Rohstoffen und Fertigprodukten in Brand geraten. Die Halle, die nach Angaben der Stadt Krefeld 180 mal 250 Meter groß war, wurde komplett zerstört. Medienberichte, nach denen zwei Mitarbeiter der Fabrik mit Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt wurden, bestätigte ein Sprecher der Firma nicht: "Davon ist Geschäftsleitung und Betriebsrat nichts bekannt."

"Zulässige Grenzwerte nicht überschritten"

Der Wind hatte die Rauchwolke nach Norden in Richtung Duisburg getrieben. Der Stadtteil Mündelheim war zeitweise von beißendem Rauch eingehüllt. "Man kann kaum atmen, es stinkt nach Rauch, die Sicht ist schlecht. Die Häuser versinken in einer blauen Rauchwolke", berichtete eine Augenzeugin der dpa. Sirenen warnten vor möglichen Gefahren durch die Rauchgase. Aufgeschreckt durch die kilometerweit sichtbare Wolke trugen japanische Schüler im Düsseldorfer Norden auf dem Weg zur Schule bereits weiße Atemschutzmasken. Bei den in der ausgebrannten Halle gelagerten Stoffen komme es bei Hitzeeinfluss zu einer sogenannten Schwelzersetzung der Dünger, bei der Nitrose-Gase freigesetzt werden, teilte der Betreiber des Krefelder Werks, die Firma Compo, mit. Bei hoher Konzentration seien diese Gase giftig. Ein Firmensprecher verwies auf die Messergebnisse der Feuerwehren in Duisburg und Krefeld: "Die zulässigen Grenzwerte wurden nicht überschritten."

Der Brand war nach Angaben der Feuerwehr um 7.10 Uhr ausgebrochen. Knapp drei Stunden später seien die Flammen unter Kontrolle gewesen.

 

(dpa/cre)