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Radio Hamburg

Bundesrepublik Deutschland

Dopingstudie veröffentlicht

Berlin, 05.08.2013
Ex-Radprofi Jan Ullrich 08.02.2012

Doping ist heute strafbar und erste Fälle wurden 1970 bekannt. Laut der geheimgehaltenen Studie wird schon seit 1949 in Deutschland gedopt.

Auf Druck der Öffentlichkeit wurde der brisante Abschlussbericht auf der Homepage des Bundesinstituts für Sportwissenschaft publiziert.

Die Geheimniskrämerei um die lange unter Verschluss gehaltene Studie zum Doping in der Bundesrepublik Deutschland hat ein Ende. Auf Druck der Öffentlichkeit ist am Montagnachmittag (05.08.2013) der brisante Abschlussbericht auf der Homepage des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) publiziert worden. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Initiator des Projektes und das BISp hatten eine Verzögerung der Veröffentlichung des Abschlussberichts wegen Datenschutzbedenken begründet. 

Doping seit 1949

Die Geschichte des Dopings in der Bundesrepublik beginne dem Bericht nach nicht erst 1970, sondern bereits 1949. Bis 1960 seinen im deutschen Sport Amphetamine "systematisch zum Einsatz gekommen". Auch die Elite des deutschen Fußballs hätte die aufputschenden Amphetamine genommen. Meistens ohne klare Namensnennung wird auch die Mitwisserschaft von damaligen Verantwortlichen im Sport angeprangert. "Es stellt sich mithin die Frage, wie ernsthaft Verantwortliche in der deutschen Sportlandschaft den Kampf gegen das Doping tatsächlich betrieben haben und mit welcher Ausdauer sie die (zum Teil sich selbst gesetzten) Grundsätze und Ziele in dieser Hinsicht verfolgt haben", hieß es.

Kritische Stimmen zum Bericht

"Nach den Projektergebnissen zu urteilen, erscheint dies zweifelhaft." So sei zum Beispiel der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in der Anabolika-Frage in mindestens zwei Lager zerfallen. "Während die damals beteiligten Sportmediziner, Steinbach und Mellerowicz, sich gegen den Anabolika-Einsatz aussprachen, hatte DLV-Präsident Max Danz, ebenfalls ein Mediziner, gegen die Anwendung nichts einzuwenden. Seiner Aussage nach habe er sich selbst regelmäßig diese Präparate verschrieben – "unklar blieb, an wen: Gesunde Olympiakader? Kranke oder Verletzte?" Unterstützung habe Danz durch den bekanntesten und einflussreichsten deutschen Trainer, Karl Adam, erfahren. "Es tobte also hinsichtlich der Anwendung der anabolen Steroide nicht nur ein Kampf zwischen den Athleten, wie unser Projekt für die Phase um 1970 herausgearbeitet hat, sondern auch unter den Funktionären in der Leichtathletik“, schreiben die Forscher um Projektleiter Giselher Spitzer.

Fond für DDR-Doping-Opfer

Fast zeitgleich zu den Enthüllungen der dunklen Doping-Vergangenheit in der Bundesrepublik haben sich frühere DDR-Doping-Opfer für die Gründung eines Fonds für geschädigte Athleten aus dem Westen ausgesprochen. "Wenn es Geschädigte im Westen gibt, muss man Ost und West zusammen denken“, sagte Ines Geipel, Vorsitzende des Dopingopfer Hilfevereins DOH. Die 53-Jährige hatte schon zur Einrichtung eines Fonds für DDR-Dopinggeschädigte
beigetragen. 

Aufforderung an ehemalige Westsportler

"Einen solchen Fonds für den Westen könnte ich mir gut vorstellen. Allerdings müssten wir erst einmal wissen, wie groß der Handlungsbedarf ist", sagte DOH-Vorstandsmitglied Uwe Trömer, selbst ein anerkanntes DDR-Doping-Opfer. Er appellierte an die Sportler, deren Gesundheit wegen Dopingmissbrauchs Schaden genommen hat: "Meldet euch bei uns! Geht an die Öffentlichkeit." Zudem forderte er ehemalige Westsportler auf, "reinen Tisch" zu machen. Nach der Veröffentlichung über die Doping-Praktiken in der Bundesrepublik "muss die Sportgeschichte Ost und West neu geschrieben werden."

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