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Radio Hamburg

Geiselnahme in Ingolstadt

Täter hat eine Geisel frei gelassen

Ingolstadt, 19.08.2013
Polizei, Auto, Drogenerkennung, neue Geräte

Polizei, Feuerwehr, und Sanitäter sind vor Ort. Die Polizei steht in ständigem telefonischem Kontakt mit dem Geiselnehmer.

Ein bewaffneter Mann hält in Ingolstadt mehrere Menschen als Geiseln. Nach Verhandlungen mit der Polizei hat er einen Mann frei gelassen.
 

Ein bewaffneter 24 Jahre alter Mann hat im Ingolstädter Rathaus drei Menschen als Geiseln genommen. Bei dem Täter soll es sich um einen vorbestraften Stalker handeln. Er habe einer Mitarbeiterin des Rathauses nachgestellt und Hausverbot in der Stadtverwaltung, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag vor Ort. In den vergangenen Wochen sei der Konflikt eskaliert, nachdem der Mann gegen das Hausverbot verstoßen habe, erklärte Herrmann. Nach Verhandlungen mit der Polizei hat der Geiselnehmer eine Geisel, den dritten Bürgermeister von Ingolstadt, frei gelassen.

Geiselnehmer vorbestraft

"Der Begriff Stalker erscheint mir etwas verharmlosend, weil er doch eine ganze Liste von Vorstrafen hat, die weit über das hinausgeht, was man als Stalking bezeichnet", sagte Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) über den 24-Jährigen. Er sei wegen Körperverletzung und Bedrohungsdelikten bekannt.

Ingolstadts Dritter Bürgermeister hat der Geiselnehmer mittlerweile freigelassen. Die von dem Mann verfolgte Frau, von der vermutet wird, dass sie ebenfalls eine der Geiseln ist, befindet sich womöglich noch im Gebäude. 

Wahlkampfauftritt von Merkel abgesagt

Der Täter hat nach Polizeiinformationen eine Faustfeuerwaffe. Ob die Waffe scharf oder nur eine Schreckschusspistole ist, sei bisher unklar. Der Geiselnehmer hatte zunächst keine Forderungen gestellt. Es gebe regelmäßigen Kontakt des Krisenstabes zu dem Mann. Ein Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt vor dem Rathaus wurde wegen der Geiselnahme abgesagt. Die CDU-Chefin sollte um 17.00 Uhr zusammen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) direkt auf dem seit dem Morgen weiträumig abgesperrten Rathausplatz auftreten.

Spezialeinsatzkommando vor Ort

Einen Zusammenhang zwischen dem geplanten Merkel-Besuch und der Geiselnahme sieht die Polizei nicht. "Ich denke, dass das nicht das Motiv sein dürfte", sagte ein Sprecher. Der 24-Jährige war am Montagvormittag kurz vor 9.00 Uhr in das Alte Rathaus der oberbayerischen Stadt gegangen und hatte die Geiseln genommen. Die Polizei war mit mehr als 200 Beamten im Einsatz. Ein Spezialeinsatzkommando bereitete sich vor Ort auf einen möglichen Einsatz vor. Auch Schaulustige versammelten sich rund um den abgesperrten Rathausplatz. "Die stehen da und warten, dass was passiert", sagte eine Verkäuferin, die in der Nähe des Platzes arbeitet. Ein Café direkt am Rathausplatz war zunächst noch geöffnet. "Wir verköstigen jetzt die Einsatzkräfte", sagte ein Mitarbeiter. Andere Geschäfte im Bereich des Einsatzortes mussten schließen.

(dpa/kru)

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