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Radio Hamburg

"Spiegel" berichtet

Daten von Millionen Ärzten und Patienten ausgespäht

Hamburg , 18.08.2013
Lupe, Internet, Daten

Werden sensible Patientendaten weitergegeben?

Wie der "Spiegel" berichtet, werden in Deutschland möglicherweise Rezeptdaten von Millionen Ärzten und Patienten ausgespäht.

In Deutschland werden möglicherweise Rezeptdaten von Millionen Ärzten und Patienten ausgespäht. Wie der "Spiegel" berichtet, verkauft das süddeutsche Apothekenrechenzentrum VSA angeblich unzureichend verschlüsselte Patientendaten an einen US-Datenhändler.

Patientendaten sollen nicht ausreichend anonymisiert worden sein

Der Handel mit anonymisierten Rezeptdaten ist legal, Pharmaunternehmen können die verschlüsselten Daten für die Marktforschung verwenden. Das Apothekenrechenzentrum VSA soll die Patientendaten aber lediglich mit einem 64-stelligen Code verschlüsselt haben, von dem aus man leicht die tatsächliche Versichertennummer ermitteln kann. Dem "Spiegel" sollen dazu vertrauliche Dokumente vorliegen.

Daten von "42 Millionen gesetzlich Versicherten" aus Deutschland

Zu den Kunden soll unter anderem der US-Konzern IMS Health gehören. Das Unternehmen, das nach "Spiegel"-Informationen Krankheiten von mehr als 300 Millionen Patienten verfolgt, soll auch Informationen über "42 Millionen verschiedene gesetzlich Versicherte" in Deutschland haben. Dem "Spiegel" liege ein Angebot von IMS an einen französischen Pharmakonzern vor, in dem IMS Informationen aus Insulinrezepten "patientenindividuell" anbiete.

Die Daten verkaufe IMS dann unter anderem an Pharma-Firmen, damit diese sich besser auf Verkaufsgespräche bei Ärzten einstellen könnten. Der US-Konzern widersprach der Kritik. "Es ist zu keiner Zeit ein Rückschluss auf einzelne Ärzte oder einzelne Patienten weder bei IMS Health noch bei unseren Kunden möglich", zitiert das Hamburger Magazin aus einer Stellungnahme des Unternehmens.

 

(dpa/mgä)

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