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Radio Hamburg

Bio-Eier-Skandal

Politiker fordern zügige Aufklärung

Berlin/Brüssel, 25.02.2013
RHH - Expired Image

Da Millionen von Eiern fälschlich als "Bio" ausgegeben wurden, fordern die Politiker nun eine schnelle Aufklärung.

Im neuen Skandal um falsch deklarierte Eier und Massenhaltung von Hühnern fordert Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner nun eine schnelle Aufklärung.

Nach dem Pferdefleisch-Skandal, werden die Verbraucher nun erneut getäuscht. Millionen Eier aus Freiland-, Boden- und Bio-Haltung vor allem aus Niedersachsen sollen fälschlich als "Bio" ausgegeben worden sein. Die Legehennen sollen in überbelegten Ställen nicht so gehalten und gefüttert worden sein, wie es die Bio-Richtlinien verlangen.

Größere Dimensionen als Gedacht

"Wir sind von den Dimensionen überrascht", so die Sprecherin des Landvolks, des niedersächsischen Bauernverbandes, Gabi von der Brelie am Montag (25.02.). Namen der Legehennenbetriebe die nun unter Verdacht stünden, seien dem Verband nicht bekannt. "Wir können nur an unsere Mitglieder appellieren, sich an Recht und Gesetz zu halten. Wer sich nicht daran hält, richtet auch für alle anderen großen Schaden an und muss die Konsequenz tragen.

Gesetze müssen überwacht werden

Ilse Aigner verwies auf die strengen Vorgaben der Bio-Betriebe und dass diese strikt eingehalten werden müssten. Es nütze nichts, wenn Bund und EU immer weiter Gesetze verschärften. "Die zuständigen Kontrollbehörden der Bundesländer müssen diese Gesetze auch überwachen", so Aigner.

Renate Künast, von den Grünen, fordert schärfere Kontrollen von landwirtschaftlichen Betrieben. "Wichtig ist, dass vorne die Kontrollen ordentlich funktionieren. Das haben sie hier, auch die staatlichen, nicht getan", so die Vorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion am Montag (25.02) im ARD-Morgenmagazin. In den Betrieben wurde zwar das Futter und die Haltung der Tiere im Allgemeinen überprüft, jedoch nicht die Anzahl der Hühner insgesamt. "Wir müssen einen Weg finden zu zählen", fordert die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin.

"Kriminelle Energie"

Auch der neue niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer fordert eindeutige Konsequenzen. Ob den überführten Betrieben die Betriebserlaubnis entzogen wird, würde dann geprüft. Hinter der möglichen massiven Verbrauchertäuschung könne sich eine "ziemlich kriminelle Energie" verbergen, so der Politiker der Grünen.

Warum die Vorwürfe erst jetzt bekannt wurden, ist noch unklar. Laut "Spiegel" werde das Zurückhalten der Informationen damit begründet, dass man die Ermittlungen nicht gefährden wolle.

Rahmenbedingungen durch die EU-Rechtsvorschriften

Durch die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau werden Mindeststandarts in der ökologischen Legehennenhaltung festgelegt.
Diese machen folgende Anforderungen geltend:

- Generelles Verbot der Käfighaltung
- Kein systematisches Schnabelkürzen
- Sechs Wochen Mindestumstellungszeit für die Eiererzeugung
- Junghennen, die vom 3. Lebenstag an nach den Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gefüttert und veterinärmedizinisch behandelt wurden, dürfen zum Zeitpunkt der Einstallung nicht älter als 18 Wochen sein; Einstallung nur mit Ausnahmegenehmigung- Besatzstärke von sechs Tieren pro Quadratmeter Stallfläche
- Acht Hennen pro Einzelnest oder 120 Quadratzentimeter pro Henne
- Mindestens vier Meter Auslauföffnungen pro 100 Quadratmeter Stallfläche
- Mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche pro Tier bei Wechselweide
- Ruhephase zwischen den Belegungen
- Mindestens ein Drittel der Lebenszeit Zugang zum Auslauf
- Maximal 3000 Legehennen in einem Stall
- Mindestens ein Drittel der Stallgrundfläche muss Scharrraum sein
- Mindestens 18 Zentimeter Sitzstange pro Henne zum Aufbaumen
- Mindestens acht Stunden pro Tag Nachtruhe ohne Kunstlicht

(dpa/isc)

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