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Radio Hamburg

Forderung von Bundestagsabgeordneten

Pferdefleisch-Lebensmittel für Bedürftige?

Berlin, 22.02.2013
Lasagne und Pferdefleisch

Der CDU-Entwicklungspolitiker Hartwig Fischer schlägt vor, aus dem Verkauf genommene Produkte wie etwa Lasagne nicht zu vernichten.

CDU-Bundestagsabgeordneter Hartwig Fischer fordert, deklarierte Lebensmittel mit Pferdefleisch an Bedürftige zu verteilen.

Im Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch sollten eingezogene Produkte aus Sicht des Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer nicht voreilig vernichtet werden. "Es handelt sich bei den in Deutschland gefundenen Artikeln um qualitativ hochwertige und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel", sagte der CDU- Entwicklungspolitiker am Donnerstag. Die aus dem Verkauf genommenen Produkte sollten daher neu deklariert und Hilfsorganisationen wie den Tafeln zur Verfügung gestellt werden. Der Abgeordnete appellierte an die Nahrungsmittelbranche, die Schritte dazu einzuleiten. Aus dem Verkehr gezogen wurden etwa Lasagne, Tortelloni oder Gulasch.

Deutsche Tafel reagiert zurückhaltend

Der Bundesverband Deutsche Tafel reagierte zurückhaltend. "Für uns stellt sich die Frage einer Verteilung nicht", sagte eine Sprecherin auf Anfrage in Berlin. Es gebe bei den Bürgern eine Verunsicherung mit Blick auf die Produkte. Die Tafeln würden solche Waren daher auch nicht abnehmen, wenn es bei den Nutzern keine Nachfrage gebe. "Diesen Bedarf scheint es im Moment nicht zu geben." Klar sei aber auch: "Die Lebensmittelsicherheit in Deutschland muss gewährleistet werden, damit es nicht zu solchen Fällen kommt, dass am Ende vermutlich einwandfreie Lebensmittel im Müll landen." Rein rechtlich wäre es möglich, Produkte nachträglich korrekt zu etikettieren, erst dann dürften sie in Verkehr gebracht werden.

Kritik wird laut

Karitative Einrichtungen kritisieren den Vorstoß, im Zuge des Pferdefleisch-Skandals aus dem Handel genommene Fertigprodukte womöglich an Bedürftige zu verteilen. Matthias Kopp, Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, sagte der "Bild" Zeitung (Freitag): "Der Vorschlag ist respektlos gegenüber Bedürftigen. Qualitative Mindeststandards muss jeder Bedürftige erhalten. Wer so etwas vorschlägt, kann nur Kopfschütteln auslösen."

In den vergangenen Tagen sind in Europa immer mehr Produkte mit nicht deklarierten Pferdefleisch-Anteilen entdeckt worden. Geschäfte nahmen Gerichte aus den Regalen, Behörden verschärften Kontrollen. Christian Bakemeier, Geschäftsführer der Konferenz für Kirchliche Bahnhofsmission, sagte der Zeitung: "Es ist "bedürftigen" Menschen nicht zuzumuten, sich von nicht mehr verkäuflichen Lebensmitteln zu ernähren." Dass immer mehr Menschen darauf angewiesen seien, sich von gespendeten Lebensmitteln zu ernähren, solle die Politik lieber zum Anlass nehmen, über die Lösung der Armutsprobleme in Deutschland nachzudenken.

Das Hilfswerk Misereor befürchtet laut "Bild", dass in den falsch beschrifteten Produkten gefährliche Medikamenten-Rückstände sein könnten. Sprecher Ralph Allgaier: "Damit ist eine Weitergabe an Bedürftige nicht zu verantworten."

(dpa/lhö)

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