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Radio Hamburg

Bußgelderhöhung trifft auf Kritik

Fahrradfahrer: Lieber Rücksicht statt Bußgeld

Hamburg, 30.01.2013
RHH - Expired Image

Oft verhalten sich Radfahrer im Straßenverkehr sehr rücksichtslos. Deswegen wurden die Bußgelder erhöht.

Bundesverkehrsminister Ramsauer hatte es angekündigt: Jetzt wird gegen "Rad-Rüpel" mit höheren Bußgeldern vorgegangen.

Vorgesehen ist eine Anhebung der Strafen für rücksichtslose Fahrradfahrer um fünf bis zehn Euro. Dabei sind sich Verkehrsexperten und Psychologen längst einig, dass höhere Strafen nicht zu einer besseren Akzeptanz und Einhaltung der Verkehrsregeln führen.

Strafen treffen auf Kritik

Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) bezweifelt, dass steigende Bußgelder Fahrradfahrer dazu bringen, nicht mehr über rote Ampeln, auf der falschen Straßenseite, Gehwegen oder entgegen der Fahrtrichtung in Einbahnstraßen zu fahren und bei Dunkelheit mit geeigneter Beleuchtung unterwegs zu sein. Denn auch in Ländern mit höheren Strafen als in Deutschland gebe es weiterhin Regelverstöße.

Alternative: Aufklärung über rücksichtsvolles Fahren

Besser seien dagegen Aufklärungsmaßnahmen wie die Initiative "Rücksicht statt Risiko" des ARCD. "Viele der angeprangerten Verstöße geschehen doch aus dem Gefühl heraus, nicht so schnell voranzukommen, wie die anderen. Auch bei höheren Bußgeldern werden Rüpel ihren vermeintlichen Vorsprung weiterhin gegen das relativ geringe Risiko abwägen, erwischt zu werden", sagt Jürgen Dehner, Generalsekretär des ARCD. Damit Bußgelder überhaupt abschrecken könnten, müsste die Kontrolldichte deutlich erhöht werden. Das aber koste Geld und sicher gebe es für die Ordnungshüter Wichtigeres zu tun, als Radfahrern aufzulauern.

Bußgeldkatalog für Radfahrer

Im Moment liegt der Bußgeldbetrag für Radfahrer zum Beispiel bei einer überfahrenen roten Ampel zwischen 45 und 120 Euro, je nachdem ob man andere Verkehrsteilnehmer gefährdet oder nicht. Bei Nichtbenutzung eines vorhandenen, beschilderten Radweges, oder Befahren einer Einbahnstraße in nicht vorgeschriebener Fahrtrichtung, muss man mit 15 bis 30 Euro rechnen. Den vollständigen Bußgeldkatalog finden Sie auf der Internetseite des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs.

(dpa/mho)