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Radio Hamburg

Haasenburg

Vorwurf der Misshandlung: Heimkinder in Hamburg?

Potsdam/Hamburg , 05.07.2013
Haasenburg Heim in Brandenburg

Eines der Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH in Brandenburg.

Während Jugendliche neue Vorwürfe erheben, besuchen Experten die umstrittenen Heime der Haasenburg GmbH. Gab es Misshandlungen?

Drei weggelaufene Jugendliche aus einem der umstrittenen Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH in Brandenburg bleiben offiziell vermisst. Trotz Fahndung sei ihr Aufenthaltsort bisher nicht bekannt, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Cottbus. Nach einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" befinden sich die Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren in Hamburg. Sie erheben Vorwürfe gegen Erzieher und Heimbetreiber, gegen die wegen Misshandlungsvorwürfen bereits ermittelt wird.

Am Donnerstag hatten Ermittler die Einrichtungen durchsucht und Akten sichergestellt. Am Freitag informierten sich Experten in den Heimen. Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) erhofft sich von der unabhängigen Untersuchungskommission eine vollständige Aufklärung der Vorwürfe, die bis 2006 zurückreichen. Die Ministerin erwartet den Bericht zum Jahresende. Bewohner sollen mehrere Tage auf Liegen fixiert worden sein, es soll auch zu Knochenbrüchen gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in acht Fällen. Dazu zählen zwei frühere Todesfälle in den Jahren 2005 und 2008, die nochmals untersucht werden.

Vermisste Jugendliche sollen in Hamburg sein

In den umstrittenen Einrichtungen sind Kinder und Jugendliche aus 14 Bundesländern untergebracht. Drei von ihnen werden seit dem frühen Mittwochmorgen im Heim in Neuendorf in Unterspreewald (Kreis Dahme-Spreewald) vermisst. Die Jugendlichen stammen aus Berlin, Hamburg und dem Saarland. Die "Hamburger Morgenpost" schreibt, sie seien in einem gestohlenen Auto nach Hamburg geflohen. Die Polizei in Cottbus konnte dazu keine Angaben machen. Der 15-Jährige und zwei 16-Jährige werden von dem Hamburger Familienrechtler Rudolf von Bracken vertreten, bestätigte dessen Kanzlei. Laut dem Bericht will er per Eilantrag durchsetzen, dass sie nicht nach Brandenburg zurückmüssen. Ein Haasenburg-Sprecher wollte den Vorfall mit Verweis auf das jugendliche Alter der Betroffenen und deren Persönlichkeitsrechte nicht kommentieren.

Ähnlich äußerte sich das Bildungsministerium in Potsdam. "Das zuständige Landesjugendamt ist aber umgehend informiert worden", sagte ein Sprecher. In Hamburg forderten unterdessen Grüne und Linke Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) auf, alle elf in Haasenburg-Einrichtungen untergebrachten Hamburger sofort in die Hansestadt zurückzuholen. "Die Sturheit der Sozialbehörde muss jetzt endlich ein Ende haben", erklärte die jugendpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion, Christiane Blömeke. Hamburgs Linken-Chef Bela Rogalla betonte: "Der Sozialsenator muss jetzt handeln und zusammen mit Experten aus der Jugendhilfe sozialpädagogische Alternativen zur Geschlossenen Unterbringung in Hamburg umsetzen." Eine Sprecherin der Sozialbehörde erklärte, man stehe mit allen Beteiligten in Brandenburg in engem Kontakt. "Wir haben aber nach wie vor keine Anhaltspunkte, dass es neue Vorfälle gegeben hat, in die Hamburger Jugendliche involviert sind." Nähere Informationen wollten die dortigen Behörden und Ämtern Anfang kommender Woche geben.

Krasse Vorwürfe

Die Sprecherin bestätigte, dass einer der drei geflüchteten Jugendlichen aus Hamburg stamme. Wo sich das Trio derzeit aufhalte, könne sie nicht sagen. Es sei bereits eine Vermisstenanzeige erstattet worden, und die Behörde stehe in Kontakt mit der Polizei. Eine ehemalige Bewohnerin der umstrittenen Kinder- und Jugendheime äußerte sich positiv über ihren Aufenthalt dort. "Mir hat die Zeit dort sehr geholfen", sagte die 25-Jährige Brandenburgerin, die anonym bleiben will. Zwar seien die Regeln streng. Misshandlungen oder Übergriffe habe sie während ihrer dreijährigen Zeit im Heim aber nicht erlebt. "Ich finde die Vorwürfe krass." (dpa/apr)

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