Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Nach Missbrauchsvorwürfen

Haasenburg-Heime werden geschlossen

Potsdam, 06.11.2013
Haasenburg Heim in Brandenburg

Die Haasenburg-Heime in Brandenburg werden nach Missbrauchsvorwürfen geschlossen.

Den Vorwurf gab es lange, nun bestätigen Experten: Drill und Drangsalierung gehören zum Alltag in den Haasenburg-Heimen. Sie stehen vor dem Aus.

Nach Misshandlungsvorwürfen werden die umstrittenen Kinder- und Jugendheime der Haasenburg GmbH in Brandenburg geschlossen. Dies teilte Brandenburgs Jugendministerin Martina Münch (SPD) am Mittwoch (6.11.) in Potsdam mit.

Keine Alternative zur Schließung

In den kommenden zwei Wochen werde der Entzug der Betriebserlaubnis vorbereitet, sagte Münch. "Wir setzen natürlich die Jugendlichen nicht auf die Straße." Gemeinsam mit den zuständigen Jugendämtern in ganz Deutschland werde nach Alternativen für sie gesucht. Derzeit seien noch 37 Bewohner in den Heimen. Die Grundlage für Münchs Entscheidung ist der Bericht einer Untersuchungskommission, die die Ministerin im Sommer eingesetzt hatte. Die Experten haben schwere Missstände in den Heimen und erheblichen Reformbedarf in nahezu allen Bereichen festgestellt. "Ich halte die Einrichtungen der Haasenburg GmbH deshalb für nicht reformierbar", sagte Münch. Sie sehe keine Alternative zur Schließung.

Untersuchungskommission kritisiert Kontrollbehörden

Der Bericht kritisiert zugleich die Aufsicht durch das Landesjugendamt. Die meisten Maßnahmen der Kontrollbehörde seien wirkungslos geblieben, kritisieren die Experten. "Es hätte früher und konsequenter gehandelt werden können", sagte der Vorsitzende der Kommission, Martin Hoffmann. Dies gelte für die örtlichen Jugendämter, das Landesjugendamt - und das Ministerium. Münch kündigte eine Überprüfung der Behörden an. Die Heimaufsicht werde neu aufgestellt. "Die deutlichen Hinweise der Kommission zu den Versäumnissen in der Heimaufsicht machen klar, dass eine detaillierte Untersuchung der Vorwürfe notwendig ist."

70 Verfahren gegen Erzieher und Betreiber

Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt in etwa 70 Verfahren gegen Erzieher und Betreiber. In den teils geschlossenen Heimen sollen Kinder und Jugendliche gedemütigt und misshandelt worden sein. Die Haasenburg GmbH weist die Vorwürfe zurück.

Senator Scheele: Familieninterventionsteam beauftragt

Detlef Scheele, Hamburgs Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration hat im Familienausschuss angekündigt, das sich Hamburg auf eine mögliche Schließung vorbereitet hat. Senator Scheele erklärt dazu:" Wir haben das FIT (Familieninterventionsteam) heute Morgen (6.11.) beauftragt, die alternative Betreuung umzusetzen." Dies geschieht innerhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens mit Zustimmung der Sorgeberechtigten so schnell wie möglich. Im Vordergrund steht immer eine individuelle Lösung für die Jugendlichen mit dem Ziel einer Stabilisierung der Verhältnisse.

Zurzeit befinden sich zwei Hamburger Minderjährige in der Einrichtung. Ein dritter Minderjähriger befindet sich nach einem Wochenendurlaub bei der Mutter seit heute im Kinder- und Jugendnotdienst. Eine Rückführung des Jungen, die für heute geplant war, wurde gestoppt.

Lest auch: Haasenburg-Heime: Tod eines Mädchens wird erneut untersucht

Die Misshandlungsvorwürfe gegen die Haasenburg-Heime reißen nicht ab. Jetzt wird der Tod eines Mädchens 2008 erne ...

(dpa/mgä)