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Radio Hamburg

Hamburger Hafen

Frachter entlädt radioaktives Gefahrgut

Hamburg , 21.10.2013
HafenCity

Die radioaktive Ladung des Frachters wurde am Burchardkai in Hamburg gelöscht (Symbolbild).

Ein russischer Frachter, der vor Rügen in der Nacht zum 18. Oktober mit einer Segelyacht kollidiert war, hatte radioaktives Material geladen.

Das 100 Meter lange Frachtschiff "Mikhail Lomonosov" aus St. Petersburg hatte die Segelyacht eines britischen Skippers gerammt. Die Yacht wurde schwer beschädigt und musste daraufhin mit Hilfe eines Seenotrettungskreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in den Hafen von Glowe auf Rügen geschleppt werden. Die Kollision hatte bei der Yacht einen Mastbruch und einen Motorschaden verursacht.

Russischer Frachter soll Seeverkehrsregeln missachtet haben

Nach Recherchen des NDR Politikmagazins "Panorama 3" (Dienstag, 22. Oktober, 21.15 Uhr, NDR) handelte es sich bei der Ladung des Frachters um radioaktives Gefahrgut der Klasse 7. Dazu gehören alle radioaktiven Stoffe und Gegenstände, die radioaktive Stoffe enthalten, unter anderem Uranhexafluorid und Urandioxid. Im Gespräch mit "Panorama 3" berichtete der Kapitän der Segelyacht, dass der russische Gefahrguttransporter sich nicht an die Seeverkehrsregeln gehalten und die Vorfahrt des kleineren Segelboots missachtet habe. Das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie hat mittlerweile Vorermittlungen aufgenommen.

"Mikhail Lomonosov" löscht radioaktive Ladung in Hamburg

Nach dem Unfall hatte die "Mikhail Lomonosov" die Fahrt fortgesetzt. Durch den Nord-Ostsee-Kanal erreichte sie am Montagmorgen, 21. Oktober, den Burchardkai im Hamburger Hafen und ließ dort die radioaktive Fracht löschen. Das bestätigte jetzt die Wasserschutzpolizei Hamburg auf Nachfrage von "Panorama 3". Derartige Güter werden von Hamburg aus zur Brennelementefabrik in Lingen bzw. zur Urananreicherungsanlage in Gronau gebracht. Mittlerweile ist das Schiff der russischen Reederei Northern Shipping Company in Richtung Antwerpen unterwegs.

Stopp von atomaren Transporten über Wasser gefordert

Die Hamburger Umweltschutzgruppe "SAND" fordert den sofortigen Stopp von atomaren Transporten auf dem Wasserweg. Erst im Mai dieses Jahres war es im Hamburger Hafen zu einem Unfall mit Uranhexafluorid gekommen, als der Spezialfrachter "Atlantic Cartier" in Brand geraten war.

Lest auch: Frachterbrand vom 1. Mai: Verwarngeld wegen mangelhafter Deklarierung

Vor dem Frachterbrand im Hamburger Hafen am 1. Mai hatte die Polizei die mangelhafte Deklarierung des radioaktive ...

 

(dpa/mgä)

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