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Radio Hamburg

Kaligrube Unterbreizbach

Unglücksursache noch unklar - Trauer um Opfer

Unterbreizbach/Kassel, 02.10.2013

Katastrophe nach Routinesprengung: Unterbreizbach trauert um drei Kumpel.

Nach dem tragischen Grubenunglück ist das Bergwerk noch immer voller giftiger Gase. Ermittler können daher noch nicht unter Tage gehen.

Nach einem der schwersten Grubenunglücke in Deutschland sind in der südthüringischen Kaligrube Unterbreizbach die drei toten Bergleute geborgen worden. Die Gerichtsmedizin muss nun klären, wie die drei Kumpel 700 Meter unter der Erde ums Leben kamen. Staatsanwaltschaft und Bergamt suchten am Mittwoch nach der Ursache für die Tragödie. Vier Bergleute waren noch aus der Grube des Kali- und Steinsalzproduzenten K+S (Kassel) gerettet worden. Das Bergwerk, das sich über viele Kilometer mit riesigen Hohlräumen zum Salzabbau unter der Erde erstreckt, wird nach Angaben der Werksleitung wegen der giftigen Gase für mehrere Tage gesperrt bleiben.

Ermittler können noch nicht an den Unglücksort vordringen

Die drei Männer im Alter von 24, 50 und 56 Jahren starben, als am Dienstag bei einer Routinesprengung zur Gewinnung von Kalisalz Kohlendioxid in großer Menge explosionsartig freigesetzt wurde. Wegen der hohen Kohlendioxid-Konzentrationen im Schacht könnten die Ermittler noch nicht an den Unglücksort vordringen. Deshalb sei noch keine Einschätzung möglich, sagte der stellvertretende Sprecher der Meininger Staatsanwaltschaft Markus Knapp. "Wir untersuchen das Unglück unter dem Aspekt irgendwelcher strafrechtlicher Vorwürfe: War es ein Unfall, bei dem es Verantwortlichkeiten gibt, oder ein Unglück."

 

Experten prüfen auch, ob Schäden an technischen Einrichtungen in der Grube entstanden sind. Der Gasaustritt in der Tiefe hatte für eine immense Druckwelle gesorgt, die eine riesige weiße Wolke über dem Werksgelände aufsteigen ließ. Die Werksleitung sieht keine Versäumnisse beim Arbeitsschutz. Nach bisherigen Erkenntnissen seien alle Regeln eingehalten worden, sagte Werksleiter Rainer Gerling in Unterbreizbach. Die sieben eingeschlossenen Bergleute hatten ein Vorauskommando gebildet, das routinemäßig nach Sprengungen zuerst in die Grube geht. Die Männer hätten sich an die Vorschriften gehalten, sagte Gerling.

Unfallhergang noch nicht klar

Der Bezirksleiter der IG Bergbau-Chemie-Energie, Friedrich Nothhelfer, sagte, vermutlich sei eine riesige Kohlendioxid-Blase durch die Sprengung geöffnet worden. "Derartige Grubenunglücke wie in Unterbreizbach gehören zu den großen Ausnahmen." Der Standard beim Arbeitsschutz im deutschen Bergbau sei weltweit einer der höchsten. Mit den vier geretteten Bergarbeitern habe bislang zum Unfallhergang nicht gesprochen werden können, sagte Gerling. Den Mitarbeitern und den Angehörigen sei zunächst eine psychologische Betreuung angeboten worden. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wollte am Mittwoch Unterbreizbach besuchen und sich ein Bild von dem Unglücksort machen. Die Region im Südwesten Thüringens nahe der Landesgrenze zu Hessen ist seit Jahrzehnten vom Kali-Bergbau geprägt. (dpa)

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