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Radio Hamburg

Drogenkonsum

Zahl der Drogentoten in Deutschland gestiegen

Berlin, 17.04.2014
Drogen, Tabletten, Ecstasy nah

1002 Drogentoten im Jahr 2013; 944 im Jahr zuvor: ein Anstieg um 6 Prozent.

Im Jahr 2013 starben 1002 Menschen infolge von Drogenkonsum, im Jahr zuvor waren es 944 - das ist ein Anstieg um 6 Prozent.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat heute in Berlin den Rauschgiftlagebericht 2013 vorgestellt. Dazu erklärt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe: "Die hohe Zahl der Drogentoten ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis verfehlter Drogenpolitik. Ein großer Teil der Todesfälle ist vermeidbar. Noch immer gibt es in den meisten Bundesländern keine Drogenkonsumräume, obwohl diese Einrichtungen nachweislich Leben retten. Die Untätigkeit der Länder kann man mittlerweile nur noch als unterlassene Hilfeleistung bezeichnen."

Drogenkonsumräume retten rund 200 Menschen das Leben

Drogenkonsumräume gibt es bislang in sechs Bundesländern (Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland). Sie verlagern den Konsum von Heroin und anderen Drogen aus der Öffentlichkeit in ein hygienisches Umfeld mit medizinischer Betreuung und Beratungsangeboten zu Schutz- und Therapiemöglichkeiten. 2013 wurden in deutschen Drogenkonsumräumen mindestens 194  Menschen in lebensbedrohlichen Situationen gerettet. Zu Hause oder auf der Straße wären die meisten von ihnen gestorben. Die tatsächliche Zahl liegt noch deutlich höher, weil nicht alle Einrichtungen ihre Notfälle dokumentiert haben.

Crystal Meth auf dem Vormarsch

Synthetische Drogen wie Crystal Meth und Ecstasy sind in Deutschland auf dem Vormarsch. So wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 77 Kilogramm Crystal Meth sichergestellt - so viel wie nie zuvor. Die Zahl der erstmals auffällig gewordenen Konsumenten der stark süchtig machenden Modedroge stieg um sieben Prozent.

Körperliche und psychische Schäden

"Den zunehmenden Konsum von Crystal sehen wir mit Sorge, da mit der Einnahme dieser Substanz große gesundheitliche Risiken für die Konsumenten verbunden sind", sagte Ziercke. Das Methamphetamin, das vorwiegend aus tschechischen Drogenlaboren kommt, führt bei den Konsumenten zu erheblichen körperlichen und psychischen Schäden. Auch die Partydroge Ecstasy habe nach jahrelangem Rückgang wieder Konjunktur, sagte Ziercke. Hier kletterte die Zahl der Erstkonsumenten um 18 Prozent. Rückläufige Fallzahlen gab es hingegen bei Heroin und Kokain.

Cannabis-Konsum auf hohem Niveau

Auf hohem Niveau verharrt der Cannabis-Konsum in Deutschland. "Haschisch und Marihuana machen fast 60 Prozent aller Rauschgift-Handelsdelikte aus", sagte Ziercke. Im vergangenen Jahr seien mehr als 145.000 Fälle registriert worden. Das sei der höchste Stand seit fünf Jahren.

"Legalisierung bedeutet Verharmlosung"

Forderungen nach einer Legalisierung wies Mortler mit Hinweis auf gesundheitsschädliche Wirkungen des Cannabis-Konsums zurück. "Legalisieren bedeutet für mich Verharmlosung", sagte die Drogenbeauftragte. Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete eine Freigabe als falsches Signal. Der stellvertretende GdP-Vorsitzende Arnold Plickert nannte es sinnlos, neben dem Alkohol "die Tür für eine weitere gefährliche und oft verharmloste Droge zu öffnen".

(dpa/mej)

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