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Radio Hamburg

Pressekonferenz in Berlin

Das sagt Edathy zur Kinderporno-Affäre

Berlin, 18.12.2014
Sebastian Edathy, SPD, Innenpolitiker

Nach monatelanger Abwesenheit hat der SPD-Politiker Edathy am Donnerstag (18.12.) wieder öffentlich aufgetreten 

Zehn Monate nach Bekanntwerden der Kinderpornografie-Affäre äußert Sebastian Edathy sich erstmals vor der Öffentlichkeit zu den Vorwürfen.

Es war ein mehr als heikler Auftritt. Und die SPD-Spitze dürfte gut zugehört haben: In Berlin schildert Sebastian Edathy seine Sicht auf die Kinderpornografie-Affäre und erhebt neue Vorwürfe. Seine Schläge gelten dem heutigen SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, von dem Edathy offensichtlich menschlich tief enttäuscht ist. Und er stellt den früheren BKA-Präsidenten Jörg Ziercke als einen Beamten dar, der die Grenzen zwischen Amt und Politik nicht respektiert. 

Opfer und Sünder

Doch der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete ist noch immer ein Polit-Profi und als solcher auch ein erfahrener Selbstdarsteller. Vor seiner Zeugenaussage vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages am Donnerstag (18.12.) präsentiert er sich als Opfer, aber auch als reuiger Sünder. "Den Politiker Edathy gibt es nicht mehr", sagt der 45-Jährige nicht ohne Pathos. Die Auseinandersetzung mit dem Strafverfahren sei sehr belastend. Edathy soll sich ab Februar wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material vor Gericht verantworten.

Das sagt Edathy über die Filme

Edathy berichtet von Anfeindungen und von der "Androhung psychischer Gewalt", was ihn dazu bewogen habe, Deutschland zu verlassen. Doch er entschuldigt sich auch. Und er räumt ein, die Bestellung von Filmen mit nackten Kindern seien "moralisch nicht in Ordnung" gewesen. "Es war sicherlich falsch, diese Filme zu bestellen, das will ich gerne einräumen. Aber es war legal."

Hartmann und Ziercke

Informationen über laufende Ermittlungen an Edathy weitergegeben, Die SPD-Spitze kann nach seinem Auftritt vor der Presse erst einmal aufatmen. Denn neben Michael Hartmann, den er der Lüge bezichtigt hat - Hartmann bestreitet, dass er den ehemaligen Parteifreund schon 2013 vor den Ermittlungen gewarnt habe - attackiert Edathy jetzt vor allem den gerade pensionierten Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke. Der BKA-Chef sei es gewesen, der Hartmann unaufgefordert Informationen über die Ermittlungen gegen ihn habe zukommen lassen, sagt Edathy.

Mehrere unbeantwortete Fragen

Fragen zu seinem aktuellen Wohnort oder zu seinen sexuellen Präferenzen lehnt Edathy ebenso brüsk ab wie die Frage, wie viel ihm der "Stern" wohl für seine Informationen zur "Affäre Edathy" bezahlt habe. Er sagt: "Vielleicht wird es irgendwann möglich sein, auch in Deutschland sicher zu leben." Im Moment führe er ein Leben im Ausnahmezustand. Man merkt, das Ende seiner Karriere quält ihn mindestens genauso der vorübergehende Verlust seiner Heimat. "Das ist mein letzter großer Auftritt hier in Berlin", sagt er.

Lest auch: Kinderporno-Vorwürfe: Edathy spricht von unbekannten Dritten

Der ehemalige SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy bestreitet weiterhin, Kinderpornografie über den Parlamentsserver ...

(dpa/mej)

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