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Radio Hamburg

Sanierungen bei der Bahn

Reisende müssen mit längeren Fahrzeiten rechnen

Berlin, 08.12.2014
Bauarbeiten Bahn, Zug

Ab 2015 will die Bahn rund an rund 80 Strecken Gleise, Weichen und Brücken sanieren. Hier werde der Fahrgast mit längeren Fahrzeiten rechnen müssen.

Die Pünktlichkeit hatte im laufenden Jahr bereits gelitten - allerdings vor allem unter den Lokführer-Streiks. Bahnreisende müssen auch im kommenden Jahr wegen Bauarbeiten am Streckennetz zeitweise längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Die Deutsche Bahn saniert im kommenden Jahr an rund 80 Strecken Gleise, Weichen und Brücken. "Im Regelfall sind das zehn bis zwanzig Minuten", sagte der Fahrplanmanager bei der Bahn-Netztochter, Jörg Sandvoß, am Montag in Berlin.

28 Milliarden Euro bis 2019

Allein 2015 sollen 5,3 Milliarden Euro ins bestehende Schienennetz fließen, sagte Bahn-Vorstand Volker Kefer. Mit insgesamt 28 Milliarden Euro bis 2019 werde „die größte Modernisierungsoffensive“ gestartet, die es bislang für die Infrastruktur der Bahn gegeben habe. Davon kommen nach Worten Kefers 11,4 Milliarden Euro aus Eigenmitteln der Bahn, die übrigen 16,6 Milliarden vom Eigentümer Bund. Der Bund stellt dabei für die Instandhaltung jährlich rund eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung als bisher. Die entsprechende Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung soll Anfang 2015 unterzeichnet werden. Die Bahn plant allein im kommenden Jahr den Austausch von rund 3800 Kilometern Schienen, 2000 Weichen und 2,5 Millionen Schwellen. Außerdem sollen 125 Brücken erneuert werden. 

2014 etwa ein Drittel aller Fernzüge zu spät

Bereits in diesem Jahr hatten viele Bahnkunden für ihre Reisen länger gebraucht als üblich. Im Laufe des Jahres hatte die Pünktlichkeit der Bahn rapide abgenommen - vor allem wegen der Streiks der Lokführer. In diesem Herbst kam etwa jeder dritte Fernzug verspätet ans Ziel. Auch Bauarbeiten haben nach Angaben des Unternehmens zu den schlechteren Werten beigetragen. Noch im Januar lag die Quote pünktlicher Fernzüge bei 85,5 Prozent. Sie ging dann nahezu in jedem Monat zurück bis auf 71,7 Prozent im Juli. Im September waren es 66,4 Prozent, im Oktober 68,6 Prozent.

(dpa/asc)