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Radio Hamburg

Drastischer Sparkurs

Barmer GEK will 3.500 Stellen streichen

Berlin, 24.02.2014
Barmer GEK

Sparkurs: Die Barmer GEK will 3.500 Stellen streichen.

Die Krankenkasse Barmer GEK leitet einen drastischen Sparkurs ein und streicht rund 3.500 Stellen.

Die Krankenkasse Barmer GEK will rund 3.500 Stellen streichen. Das teilte ein Unternehmenssprecher am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin mit. Er bestätigte damit Berichte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ/Montag) und des Senders WDR. Der Personalbedarf reduziere sich aufgrund einer Neuausrichtung der Organisation und der Verschlankung von Arbeitsprozessen. Laut FAZ fällt damit mehr als jede fünfte Stelle weg. Sie sollen demnach bis 2018 gestrichen werden. Zudem werde die Zahl der Geschäftsstellen mehr als halbiert. "Nach Abschluss des Umbaus werden wir noch 400 Geschäftsstellen haben", sagte Kassenchef Christoph Straub der Zeitung.

In welchem Umfang die acht Geschäftsstellen in Hamburg betroffen sein werden, ist noch nicht klar.

Finanzprobleme drohen

Mit den Reformen wolle die Kasse jedes Jahr Kosten im Umfang von 250 bis 300 Millionen Euro sparen. Der Wettbewerb werde in den kommenden Jahren härter. Der gesetzlichen Krankenversicherung drohen Finanzprobleme. Wegen steigender Ausgaben rechnen Experten mit Zusatzbeiträgen von mindestens 1,5 Prozent des Einkommens in wenigen Jahren. Vom kommenden Jahr an sollen die Kassen vom Einkommen abhängige Aufschläge verlangen können. Ein heute fälliger Sonderbeitrag von 0,9 Punkten zulasten der Versicherten entfällt dagegen. Ein Großteil der Kassen wird nach Einschätzung von Experten zunächst einen Zusatzbeitrag in etwa dieser Höhe erheben müssen. Doch wenn bei einer Versicherung mehr fällig wird, dürfte dies ein spürbarer Wettbewerbsnachteil werden. Straub sagte, er gehe nicht davon aus, dass seine Kasse einen Zusatzbeitrag über dem Durchschnitt verlangen wird.

6,7 Millionen zahlende Mitglieder

Sprecher Athanasios Drougias nannte auch Qualitätssteigerung als Ziel. Spezialisierte Telefon- und Online-Geschäftsstellen würden aufgebaut. In den Geschäftsstellen vor Ort würden mehr Mitarbeiter konzentriert, um einen Rund-um-Service ohne lange Wartezeiten zu gewährleisten. "Analysen zeigen, dass die Versicherten immer häufiger über das Telefon und das Internet mit uns kommunizieren, weniger in die Geschäftsstellen kommen." Der Personalabbau werde sozialverträglich umgesetzt.
Den Rang als größte Krankenkasse gab die Barmer GEK im Januar an die Techniker Krankenkasse (TK) ab, die mit 8,7 Millionen Versicherten an ihr vorbeizog. Sie hat mit 6,7 Millionen aber immer noch die meisten zahlenden Mitgliedern.

(dpa/lhö)

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