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Radio Hamburg

Kritik an "Idiotentest"

Forderung: Mehr Einheitlichkeit bei MPU

Ravensburg, 02.02.2014
Fahrtest, Idiotentest, Autotest, Auto, ADAC

Die MPU, auch Idiotentest genannt, soll klären, ob ein Fahrer geeignet ist, ein Fahrzeug zu fahren.

Die MPU ist Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar gewesen, denn der Test ist umstritten. Experten kritisieren mehrere Schwachpunkte des Tests.

Es gibt sie zweifellos, die Zeitgenossen, bei denen ein dauerhafter Entzug der Fahrerlaubnis die angemessene Reaktion des Staates ist. Betrunkene Wiederholungstäter, schwer  Drogenabhängige, unbelehrbare Verkehrsrowdies, notorische Gewalttäter haben am Steuer eines Autos nichts verloren. Die Gesellschaft hat ein Recht auf Schutz vor solchen Zeitgenossen, der Staat ist  verpflichtet, diesen Schutz bestmöglich zu gewähren.

Idiotentest für Verkehrssünder

Aber in der neu entflammten Diskussion um die  Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) geht es nicht um den quasi harten Kern Unbelehrbarer. Es geht um Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen ins Visier von Justiz und Straßenverkehrsbehörden geraten sind, und die sich dann subjektiv einer undurchsichtigen, willkürlichen bis schikanösen Bürokratie ausgeliefert fühlen. Das sind nicht nur Promillesünder am Steuer. Wer als Fußgänger oder Radfahrer zu tief ins Glas geschaut hat, kann genauso zum "Idiotentest" gebeten werden wie der volltrunkene  Fußballfan. Und dann kann es bitter werden, auch für Menschen, deren Sünde eine eher lässliche im Sinne eines einmaligen Ausrutschers war.

Hohe Durchfallquote

In der Kritik stehen mehrere Missstände. Erstens: Weil die  Durchfallquote bei der MPU hoch ist, konnte sich eine Szene aus dubiosen Beratern etablieren, die für teures Geld Vorbereitungskurse anbieten. Eine Qualifikation müssen diese selbsternannten
Spezialisten nicht vorweisen. Oft schröpfen sie ihre Mandanten, ohne ihnen echte Hilfe zu bieten. Das muss abgestellt werden. Zweitens: Während im Prinzip jede Schulnote juristisch überprüfbar ist, gilt das Ergebnis des psychologischen Teils der MPU als sakrosankt.

Sympathie entscheidet über Bestehen

Auch Anwälte beklagen, dass bisweilen Sympathie oder Antipathie zwischen Prüfer und Delinquent eine Rolle spielen können. Es fehlt eine Überprüfbarkeit der Prüfung. Drittens: Es gibt keinen einheitlichen Fragenkatalog für die MPU. Auch dies öffnet einer gewissen Willkür Tür und Tor. Fazit: Die MPU in ihrer jetzigen Ausgestaltung steht völlig zu Recht in der Kritik.

(dpa/kru)

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