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Radio Hamburg

Gerichtsurteil

"Super Nanny"-Folge verletzt Menschenwürde

Hannover, 09.07.2014
RHH - Expired Image

Katia Saalfrank war auf RTL als "Super Nanny" zu sehen.

RTL hat laut Gerichtsurteil mit einer Folge der TV-Reihe "Die Super Nanny" die Menschenwürde der gezeigten Kinder verletzt. 

Vor laufender Fernsehkamera beschimpfte und bedrohte eine alleinerziehende Mutter ihre weinenden kleinen Kinder und schlug auf sie ein. Zuschauerbeschwerden nach Ausstrahlung der Folge der RTL-Erziehungssoap "Die Super Nanny" riefen 2011 die staatliche Medienaufsicht auf den Plan.

Menschenwürde der Kinder verletzt

Wie das Verwaltungsgericht in Hannover am Dienstag (8.07.) urteilte, hat RTL in der Folge die Menschenwürde der gezeigten Kinder verletzt. Es wies damit die Klage des Senders gegen eine Beanstandung durch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ab. "Nach Auffassung der Kammer verbietet die Menschenwürde der beteiligten Kinder (...) das wiederholte Darstellen einzelner an ihnen begangener Gewalthandlungen und insbesondere die Zusammenstellung einzelner dieser Handlungen in einen "Teaser", um Zuschauer anzulocken", heißt es unter anderem in der Begründung.

Kinder waren der Mutter ausgeliefert

Während der Aufzeichnung seien sich die Kinder der therapiebedürftigen Mutter, aber auch dem Aufnahmeteam gegenüber ausgeliefert vorgekommen. Das erkennbare erziehungspädagogische Ziel der Sendung rechtfertige den Verstoß gegen die Menschenwürde nicht, urteilte das Gericht.

Reißerische Darstellung

Die Medienwächter hatten RTL zuvor eine reißerische Darstellung vorgeworfen, die primär auf den Voyeurismus der Zuschauer zielt. Die Kinder würden in für sie leidvollen Situationen für kommerzielle Zwecke instrumentalisiert und zu Objekten der Zurschaustellung herabgewürdigt, was die Menschenwürde verletze.

Auffassung von RTL

Nach Auffassung von RTL kann von einer Verletzung der Menschenwürde aber keine Rede sein, da es keine gezielte Herabwürdigung der Kinder gab. Die Sendung sei dramaturgisch so gestaltet gewesen, dass sich die Zuschauer sofort mit den Kindern solidarisieren. Der Sender stützt sich auch auf die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die vorab keine Bedenken gegen eine Ausstrahlung der Sendung hatte und auch keinen Verstoß gegen die Menschenwürde sah.

Von dieser Einschätzung hätte die staatliche Medienaufsicht nur in einer begründeten Ausnahme abweichen dürfen, sonst habe die Selbstkontrolle keinen Sinn, monierte RTL. Nachdem es in der Staffel zuvor bereits Ärger zwischen RTL und den Medienwächtern gab, war RTL dazu übergegangen, alle Episoden vorab der FSF vorzulegen.

RTL will Berufung prüfen

Das Gericht sah dies anders, ließ wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Streitfrage aber die Berufung beim Oberverwaltungsgericht zu. RTL bedauerte den Gerichtsentscheid und will eine Berufung prüfen. Die Sendung mit Katharina Saalfrank war 2011 eingestellt worden.

(dpa/mgä)

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