Lieber User,

anscheinend hast Du einen Ad-Blocker aktiviert oder Javaskript deaktiviert. Um unsere Existenz zu sichern, sind wir als werbefinanzierter privater Radiosender auch im Internet auf Werbung angewiesen. Damit Du auch weiterhin alle Inhalte unserer Webseite nutzen kannst, bitten wir dich, Deinen Ad-Blocker zu deaktivieren oder radiohamburg.de als Ausnahme hinzuzufügen. Sobald Du das gemacht hast, kannst Du unsere Inhalte nach einem Reload der Seite ganz normal weiternutzen.

103.6 Grüße
Dein Radio Hamburg Team


*Sollte diese Meldung fälschlicherweise angezeigt werden, schicke uns bitte eine Mail an adblocker@radiohamburg.de

Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

NSU-Prozess

Zschäpe feuert Anwälte - Erklärung erwartet

München, 17.07.2014
Beate Zschäpe, NSU-Prozess Juni 2013

In München läuft der Prozess gegen NSU-Mitglied Beate Zschäpe.

Im NSU-Verfahren wird am Donnerstag (17.07.) die Erklärung der Hauptangeklagten Beate Zschäpe für den Bruch mit ihren Verteidigern erwartet.

Wie die Sprecherin des Oberlandesgerichts München, Andrea Titz, sagte, erwartet der Senat Zschäpes schriftliche Erläuterungen bis 14.00 Uhr (Donnerstag, 17.07.). Das sei allerdings keine harte Frist wie in einem Zivilprozess - sollte Zschäpes Schreiben später eintreffen, müsste das Gericht es genauso akzeptieren.

NSU-Prozess könnte platzen

Zschäpe hatte sich am Mittwoch (16.07.) einem Wachbeamten offenbart und erklärt, sie habe kein Vertrauen mehr zu ihren drei Pflichtverteidigern. Dieser informierte das Gericht, das die laufende Vernehmung eines Zeugen abbrach und den für Donnerstag geplanten Verhandlungstag absagte. Sollte das Gericht Zschäpes Verteidiger entpflichten, könnte das den Prozess verzögern oder platzen lassen.

Stellungnahme von Verteidigern erwartet

Nach Eingang von Zschäpes Schreiben würden Verteidiger und die Bundesanwaltschaft informiert und um eine Stellungnahme gebeten, erläuterte Gerichtssprecherin Titz. Die Nebenkläger aber nicht, weil sie nicht betroffen seien. Danach könne auch die Öffentlichkeit unterrichtet werden. Der Zeitpunkt sei aber offen.

Nachdem Zschäpes Verteidiger und die Bundesanwaltschaft reagiert haben, muss der Senat einen Beschluss fassen - spätestens bis zum nächsten Hauptverhandlungstermin am kommenden Dienstag (22.07.).

Möchte Zschäpe aussagen?

Hintergrund des Disputs zwischen Zschäpe und ihren Verteidigern ist offenbar eine grundlegende Meinungsverschiedenheit über die bisherige Verteidigungsstrategie. Zu dieser gehörte, dass Zschäpe konsequent schweigt und jede Aussage verweigert. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa möchte die Angeklagte aber aussagen, wobei unklar ist, in welchem Umfang. 

Pflichtverteidiger können nicht auf eigenen Wunsch entlassen werden

Eine Sprecherin des Gerichts sagte, das Gericht werde prüfen, ob die Gründe Zschäpes stichhaltig seien. Außerdem müssten ihre Anwälte dazu schriftlich Stellung nehmen. Zschäpes Verteidiger sind vom Gericht bestellte Pflichtverteidiger. Sie kann sie darum nicht auf eigenen Wunsch entlassen. Vielmehr muss sie das Gericht überzeugen, dass das Vertrauensverhältnis tatsächlich zerrüttet ist. Zschäpe wird bisher von drei Rechtsanwälten verteidigt, den beiden Kölnern Wolfgang Heer und Anja Sturm und dem Koblenzer Strafverteidiger Wolfgang Stahl.

Sie wird der Mittäterschaft an  sämtlichen Verbrechen des NSU beschuldigt. Die Neonazi-Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" hatte neun Menschen ausländischer Herkunft und eine Polizistin ermordet. Zudem werden ihr zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Banküberfälle zur Last gelegt.

(dpa/mgä)