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Radio Hamburg

Möbelkonzern Ikea

Lebenslanges Rückgaberecht wird eingeschränkt

München, 17.10.2014
Ikea in Altona

Der erste innerstädtische Ikea Deutschlands in Hamburg-Altona. 

Ikeas Deutschland-Chef hat das im August angekündigte lebenslange Umtauschrecht eingeschränkt. Die Mitarbeiten entscheiden nun in Einzelfällen. 

Ende August hatte der Möbel-Riese Ikea bekanntgegeben, dass die Kunden nun die Chance hätten, ihre Möbel ohne zeitliche Begrenzung umzutauschen oder das Geld erstattet zu bekommen. Wer also vor 20 Jahren ein Billy-Regal gekauft und den Bon behalten hat, hätte damit theoretisch zu Ikea gehen können, um das Geld erstattet zu bekommen. Im neuen Ikea Katalog hieß es: "Gefällt dir ein Artikel, den du bei Ikea gekauft hast, nicht mehr, bring ihn einfach unter Vorlage der Rechnung oder des Kassenbons zurück, und wir erstatten dir den vollen Einkaufsbetrag." 

Ikea-Mitarbeiter haben das letzte Wort

Ganz so einfach soll es nun aber doch nicht sein. Peter Betzel, Chef von Ikea Deutschland, gab nun bekannt, dass das generelle lebenslange Rückgaberecht auf Einzelfall-Entscheidung konkretisiert wird. Ob das Geld eines Möbelstückes erstattet wird, liegt dann also in der Hand des Ikea-Mitarbeiters. Was genau das nun für die Kunden heißt, ist allerdings nicht wirklich klar. Man würde aber versuchen, für jeden Kunden eine Lösung zu finden, es könne aber nicht versprochen werden, dass das Geld in jedem Falle erstattet wird. Wer 15 Jahre mit seiner Küche glücklich gewesen sei, könne diese danach nicht einfach umtauschen: "Das Geschäftsmodell hält auch Ikea nicht aus", so Peter Betzel. "Da geht es auch um gesunden Menschenverstand", sagt er weiter. Vor einiger Zeit hatte der schwedische Konzern sich für das Rückgaberecht schon auf Möbel, die nach dem 25.08.2014 gekauft wurden, beschränkt.

Was war der Hintergrund?

Doch was hat Ikea denn nun eigentlich dazu veranlasst, ein lebenslanges Rückgaberecht einzuführen, wenn dieses gar nicht eingehalten werden kann? In Norwegen und Dänemark gibt es dieses Modell schon seit drei Jahren und dort habe es bisher nur positive Erfahrungen gegeben. Auch die Anzahl der Umtausche sei nicht gestiegen. Joachim Zenter, Professor am Institut für Handel an der Uni Saarbrücken vermutet, dass der Druck der Online-Möbelhändler auch seinen Teil dazu beigetragen habe. Diese bieten seit längerer Zeit Rückgabefristen von 100 bis 120 Tagen. Mit dem einstigen Rückgaberecht von 90 Tagen konnte Ikea da also nicht mithalten. Da die Online-Händler nun aber wegen zu hoher Kosten selbst am überlegen sind, wie sie die Retouren begrenzen können, hätte auch Ikea keinen Grund mehr, am lebenslangen Umtauschrecht festzuhalten.

Ehrgeizig wie nie

Trotz des steigenden Online-Geschäfts will Ikea aber noch 20 weitere Filialen in Deutschland eröffnen. Zu den bislang 48 Ikea-Häusern sollen jedes Jahr ein bis zwei neue hinzukommen. Freitag (17.10.) vor genau 40 Jahren hät in der Nähe von München die erste Ikea-Filiale in Deutschland eröffnet und seitdem sind auch fast jedes Jahr neue Filialen dazu gekommen. Erst kürzlich eröffnete in Hamburg-Altona das erste innerstädtische Ikea-Möbelhaus, da immer weniger junge Leute ein eigenes Auto besitzen würden und damit keine Chance hätten, die am Stadtrand gelegenen Geschäfte zu erreichen. 2013 knackte Ikea Deutschland zum ersten Mal den Rekord von vier Milliarden Euro Umsatz. Diesen Wert will Ikea mittelfristig verdoppeln und seinen Marktanteil auf dem deutschen Möbelmarkt damit von derzeit 14 auf 25 Prozent ausbauen.

Kunden sind enttäuscht

Nachdem Ikea erst vollmundig mit dem Umtauschrecht auf Lebenszeit in der Öffentlichkeit auftrat, gibt es nach den Einschränkungen nun viele Facebook- und Twitternutzer, die sich betrogen fühlen. Zahlreiche Nutzer posten auf der Ikea-Facebookseite, wie enttäuscht sie vom schwedischen Möbel-Riesen sind. "Sehr enttäuschend... Ich werde mir in Zukunft zweimal überlegen, ob ich bei euch noch etwas kaufe!", schreibt eine Kundin. "Ich lasse mich nicht verarschen und werde allen, die ich kenne, abraten bei euch zu kaufen", heißt es von einem anderen Kunden. Auch als "armselig" und "peinlich" wird das Unternehmen bezeichnet.

(dpa/asc) 

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