Radio Hamburg

Urabstimmung

Lokführer drohen mit längeren Streiks

Berlin, 08.09.2014
Anzeigetafel, Zugausfälle

Der Vorstand der Gewerkschaft GDL will jetzt eine Urabstimmung über reguläre Streiks bei der Deutschen Bahn einleiten.

Nach dem zweiten Warnstreik der Lokführer könnte es bald noch dicker kommen. Der Vorstand der Gewerkschaft GDL will nun eine Urabstimmung über reguläre Streiks einleiten. Diese Woche allerdings könnten Zugreisende dafür von Warnstreiks bei der Bahn verschont bleiben.

Der Tarifkonflikt bei der Bahn könnte in einen längeren Arbeitskampf münden. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wird in dieser Woche voraussichtlich eine Urabstimmung einleiten. Dabei sollen die Mitglieder über reguläre
Streiks entscheiden. Bislang gab es zwei Warnstreiks. Auch bei der Lufthansa ist die Tarifauseinandersetzung ungelöst. Auf Reisende könnten damit noch größere Einschränkungen zukommen, allerdings noch nicht in den nächsten Tagen.

Keine Streiks in den nächsten Tagen

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, kritisierte das Vorgehen der GDL und sprach von einem Imageschaden für die Gewerkschaften. In einem der "Süddeutschen Zeitung" vorliegenden Brief an den Chef des Beamtenbundes, Klaus Dauderstädt, schrieb er: "Der aggressive Abgrenzungs- und Konfliktkurs der GDL ist (...) nicht vereinbar mit einer solidarischen Interessenvertretung aller Arbeitnehmer."

Die GDL verweigere sich allen Kooperationsangeboten der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG und wolle "ohne Rücksicht auf öffentliche Ansehensverluste der deutschen Gewerkschaften in ihrer Gesamtheit die eigene Einflusssphäre ausbauen". Die GDL ist Mitglied im Beamtenbund, die EVG gehört zum DGB.

Der GDL-Warnstreik am Samstag dauerte von 6 bis 9 Uhr. In dieser Zeit war der Zugverkehr "bundesweit stark beeinträchtigt, kam jedoch nicht komplett zum Stillstand", wie die Deutsche Bahn mitteilte. Nach Darstellung der GDL fuhren 90 Prozent aller Züge nicht oder hatten große Verspätungen.

(dpa/aba)