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Radio Hamburg

Türkei kritisiert Gauck scharf

Völkermord-Aussage unverzeihlich!

Istanbul/Berlin, 25.04.2015
RHH - Expired Image

Die türkische Regierung warnte sogar vor "langfristigen negativen Auswirkungen" auf das deutsch-türkische Verhältnis.

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Massaker an Armeniern vor 100 Jahren als Völkermord bezeichnet. Die Türkei reagierte darauf scharf.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bundespräsident Joachim Gauck beim EU-Beitrittskandidaten Türkei in Ungnade fällt. Die Äußerungen von Gauck zum "Völkermord" an den Armeniern haben eine diplomatische Krise mit der Türkei ausgelöst. "Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen nicht vergessen und nicht verzeihen", erklärte das türkische Außenministerium am späten Freitagabend (24.04).

Auswirkungen aufs deutsch-türkische Verhältnis?

Gauck hatte die Massaker im Osmanischen Reich an bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Ersten Weltkrieg am Donnerstagabend (23.04) erstmals klar als Völkermord bezeichnet. Der Bundespräsident hatte sich damit über die Bedenken hinweggesetzt, dass die Einordnung dieses damaligen Geschehens die Beziehungen zum Nato-Partner Türkei beschädigen könnte. Die Türkei, die der Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs ist, lehnt die Bezeichnung des Völkermordes jedoch klar ab. Die Regierung in Ankara reagierte entsprechend scharf auf Gaucks Worte. Er habe keine Befugnis, der türkischen Nation eine Schuld anzulasten, die den rechtlichen und historischen Fakten widerspreche, hieß es. Die Regierung warnte vor "langfristigen negativen Auswirkungen" auf das deutsch-türkische Verhältnis.

Nicht zum ersten Mal in Ungnade

Bereits Ende April 2014 hatte Gauck bei einem Staatsbesuch in der Türkei der Regierung von Erdogan, der damals noch Ministerpräsident war, Demokratiedefizite vorgehalten. Es ist also nicht das erste Mal, dass er in der Türkei in Ungnade fällt. Erdogan wies dies damals als "Einmischung in innere Angelegenheiten" zurück. Laut türkischen Medien soll er gesagt haben, die Deutschen sollten lieber die NSU-Terrorserie und Anschläge auf Türken aufklären, als seiner Regierung Ratschläge zu geben. Gauck erwiderte damals noch in der Türkei, er sei in seiner Kritik "eher noch zurückhaltend gewesen". Ob oder wie stark sich die Völkermord-Aussage des Bundespräsidenten auf die deutsch-türkischen Beziehungen auswirken wird, wird sich zeigen.

(dpa/jmü)

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