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Radio Hamburg

Mediziner wollen Lockerung

Fünf Fehltage ohne Krankschreibung

Hamburg, 16.02.2015
Krankschreibung Attest

Mediziner aus Magdeburg fordern eine eigenständige Krankschreibung von bis zu fünf Tagen.

Deutsche gehen wegen Krankschreibungen zu häufig zum Arzt. Die Mediziner der Universität Magdeburg wollen hier mit lockereren Regeln Abhilfe schaffen.

Etwa zehn bis 18 Mal gehen die Deutschen jährlich zum Arzt und das häufig auch wegen Krankschreibungen bei einer leichten Erkältung. Viele Ärzte seien daher überfordert, haben zu viele Patienten und dadurch nicht genug Zeit, sich intensiv um ernstere Fälle zu kümmern. Wie die "Welt am Sonntag" schreibt, wollen Mediziner der Universität Magdeburg daher eine ärztliche Krankschreibungspflicht erst ab fünf Tagen durchsetzen. Derzeit muss nach spätestens drei Tagen Ausfall ein Attest beim Arbeitgeber vorgezeigt werden.  

Norwegen als Vorbild

Die große Befürchtung bei eigenständiger Krankschreibung ist natürlich, dass sich dabei die Fehltage häufen. Hier soll Norwegen das Vorbild sein: Dort muss erst nach fünf, in einem Großteil der Unternehmen sogar erst nach acht Tagen Ausfall eine Krankschreibung beim Arbeitgeber abgegeben werden. Zu einer Zunahme der Fehltage ist es hier nicht gekommen. Im Gegenteil: Die Anzahl der Fehltage pro Arbeitnehmer ist seit Jahren rückläufig und auch insgesamt gehen die Norweger nur etwa halb so oft zum Arzt wie die Deutschen.

Entlastung der Ärzte

Die Magdeburger Mediziner erhoffen sich eine Lockerung der Regeln mit einer eigenständigen Krankschreibung von bis zu fünf Tagen. Dies würde die Hausärzte entlasten und ihnen mehr Zeit geben, sich um Patienten mit langwierigen Krankheiten zu kümmern. "Dass durch eine eigenständige Krankmeldung der Beschäftigten die Zahl der Fehltage nicht nach oben schnellt, zeigen Erfahrungen aus Norwegen", so Wolfram Hermann, Leiter des Magdeburger Forscherteams.

Auch Politiker sind überzeugt

CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn steht den Vorschlägen der Mediziner offen gegenüber: "In Deutschland ist die Zahl der durchschnittlichen Arztbesuche auch deswegen so hoch, weil Patienten nur für Rezepte, Verlaufskontrollen oder auch Kurzzeitkrankschreibungen immer zum Arzt müssen", erklärt Spahn. "Jeden klugen Vorschlag, das zu reduzieren, sollten wir ergebnisoffen prüfen. Allerdings sollte das die eh schon hohe Zahl an Fehltagen nicht weiter erhöhen". Lediglich die Arbeitgeber scheinen bisher skeptisch zu sein. Die bisherigen Regelungen hätten sich bewährt. Auch in Deutschland werde oft erst ab dem vierten Tag eine Krankschreibung verlangt. Um Missbrauch zu vermeiden, solle es allerdings auch weiterhin möglich sein, bereits früher ein Attest zu verlangen.

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(asc)

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