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Radio Hamburg

Seevetaler Initiative macht es vor

Endet endlich die Tötung männlicher Küken?

Berlin, 14.07.2015
Küken

Männliche Küken sollen ab 2017 endgültig nicht mehr durch Verschreddern oder Vergasung sterben. 

Durch eine frühzeitige Geschlechterbestimmung im Hühnerei sollen männliche Küken vor der Vergasung geschützt werden. 

21 Tage werden sie bebrütet, bevor sie schlüpfen - alle männlichen werden geschreddert oder vergast. Nun soll das von Tierschützern scharf verurteilte Töten von Millionen männlichen Küken frühzeitig durch Geschlechterbestimmung im Hühnerei beendet werden. Ziel sei es laut Agrarminister Christian Schmidt, das Kükenschreddern 2017 zu beenden. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken nach dem Ausbrüten getötet, weil sie für die Eierproduktion nicht benötigt werden. Die Opposition hält Schmidts Plan für unzureichend und fordert verbindliche statt freiwillige Regeln für die Branche. In Zukunft soll das Geschlecht bereits nach drei Tagen im Ei bestimmt werden, sodass befruchtete Eier statt lebender Küken aussortiert werden können.

Früherkennung mit Lasertechnologie

Für die Weiterentwicklung der entsprechenden Methode sicherte Schmidt der Universität Leipzig und ihren Partnern noch einmal 1,17 Millionen Euro Fördergeld zu. Bisher wurden bereits etwa 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Mit einer Lasertechnologie soll dann ein kleines Loch in das drei Tage bebrütete Ei gefräst werden und dann mit einer "Nah-Infrarot-Raman-Spektroskopie" das Geschlecht des Embryos bestimmt werden. Danach muss das Ei wieder verklebt werden.
Tierschützer sind jedoch nicht überzeugt von den Plänen. Der Deutsche Tierschutzverbund betonte am Donnerstag (09.07.) , langfristig sei eine Abkehr vom bisherigen System notwendig, etwa durch die Zucht von "Zweinutzungshühnern", die als Eier- und Fleischproduzenten eingesetzt werden können. Auch Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn spricht sich gegen die Pläne aus: "So, wie Minister Schmidt es angeht, wird das sinnlose Kükentöten 2017 nicht aufhören. Die Bundesregierung muss jetzt dieses Ausstiegsdatum im Tierschutzgesetz festschreiben. Sonst wird die Wirtschaft die Umsetzung auf unbestimmte Zeit verschleppen." "Freiwillige Vereinbarungen mit der Geflügelindustrie und Forschungsprojekte" reichen auch den Linken nicht aus.

Ebenfalls am Donnerstag unterzeichneten Schmidt und die Geflügelwirtschaft eine Vereinbarung, die das umstrittene Schnabelkürzen bei Legehennen und Mastputen bis August 2016 beenden soll. Ausnahmen sollen nach Angaben der Produzenten jedoch möglich bleiben, etwa bei Federpickerei und Kannibalismus unter den Hühnern. Ebenso wie bei der Beendigung des Kükenschredderns müssten europaweite Regeln greifen, damit die deutsche Geflügelwirtschaft konkurrenzfähig bleibe.

Seevetaler Initiative macht es vor

In der Seevetaler Initiative " Bruderhahn" haben sich Geflügelhalter und Händler zusammengeschlossen, sie verzichten schon jetzt auf das Töten der sogenannten Eintagsküken. Pamela Wieckmann von "Bruderhahn", erklärt, was mit den männlichen Küken dort geschieht: "Wir ziehen die männliche Küken mit auf. Sie leben dann ungefähr fünf Monate. Sie gehen dann in die verarbeitung. Sie werden z.B. als Babykost verarbeitet oder als ganze Hähne. Das ist ein anderes Fleisch als bei Masthähnchen. Das ist ein aromatisches, festeres Fleisch."

 

Die Eier aus der "Bruderhahn"-Haltung kosten gerade einmal 4 Cent mehr. Hier gibt's die Eier zu kaufen.

 

(dpa/pgo)

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