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Radio Hamburg

Germanwings-Absturz

Überführung der Opfer nun doch wie geplant

Düsseldorf/ Haltern, 06.06.2015
Germanwings Trauer Haltern

Trauer in Haltern nach dem Absturz der Germanwingsmaschine in den französischen Alpen.

Lange war unklar, wie lange es noch dauern würde, bis die Opfer von Flug 4U9525 in Deutschland eintreffen würden - nun scheint eine Lösung gefunden.

Zweieinhalb Monate nach dem Germanwings-Absturz in Frankreich will Lufthansa die ersten Opfer nach Deutschland überführen. Das kündigte die Fluggesellschaft am Freitag (05.06) an - und beendete damit ein banges Warten der Angehörigen. Einige hatten ihrem Anwalt zufolge die geplanten Beerdigungen schon wieder abgesagt, weil sich die Überführung der Leichen weiter verzögern sollte.

Sonderflug bringt Opfer nach Deutschland

Nun werde am kommenden Dienstag (09.06) ein Sonderflug 30 Särge von Marseille nach Düsseldorf bringen. Damit könnten die Beisetzungen wie geplant stattfinden. Die Maschine mit den Särgen werde am späten Dienstagabend in Düsseldorf landen, am Mittwoch (10.06) sollen die Opfer dann an die Angehörigen übergeben werden. Ende kommender Woche seien die ersten Beerdigungen geplant, sagte Anwalt Elmar Giemulla, der nach eigenen Angaben die Angehörigen von 34 Opfern vertritt.

Trauer und Wut der Angehörigen

Die Familien hatten zuvor ihrem Unmut Luft gemacht, weil sich die Überführung der Leichen trotz der bereits geplanten Beisetzungstermine erneut verschieben sollte. "Eine Familie ist zur Post gelaufen und hat noch die Trauerbriefe abgefangen. Die können nun erneut versendet werden. Eine andere hatte Hotels storniert", sagte Giemulla der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" am Samstag (06.06). 

"Abschluss mit der Vergangenheit"

Umso größer sei nun die Erleichterung bei den Hinterbliebenen. "Damit hat sich für diese Familien ein leidvolles und völlig überflüssiges Problem doch noch rechtzeitig aufgelöst." Für die Familien sei die
Beisetzung "ein Abschluss mit der Vergangenheit und ein Schritt in die Zukunft", sagte er. Der Germanwings-Flug 4U9525 von Barcelona nach Düsseldorf war am 24. März mit 150 Menschen an Bord in den französischen Alpen zerschellt. Die meisten Opfer stammten aus Deutschland, darunter 16 Schüler und zwei Lehrerinnen eines Gymnasiums in Haltern am See am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Sie waren auf einem Austausch in Spanien gewesen. 

Chef-Ermittler will Angehörige treffen

In der kommenden Woche will zudem der leitende französische Ermittler des Germanwings-Absturzes Angehörige der Opfer treffen. Er werde die Hinterbliebenen am Donnerstag (11.06) über die bisherigen Erkenntnisse informieren, sagte der Marseiller Staatsanwalt Brice Robin. Details zum aktuellen Ermittlungsstand wollte Robin nicht nennen, da er zuerst mit den Angehörigen sprechen will.

(dpa/san)

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