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Radio Hamburg

Nach Blitzeinschlag

33 Verletzte bei "Rock am Ring"

Mendig, 06.06.2015
RHH - Expired Image

Kurz nach dem Auftritt der Toten Hosen auf dem Festivalgelände brach das Unwetter über die meist schutzlosen Besucher herein.

Bei einem heftigen Unwetter sind auf dem Festivalgelände in Mendig am Freitagabend (05.06) zahlreiche Besucher teils schwer verletzt worden.

Auf den sonnigen Auftakt folgt bei "Rock am Ring" eine Nacht voller Unwette mit heftigen Blitzeinschlägen auf dem Festivalgelände. Das Ergebnis: 33 Verletzte. Es soll aber wie geplant weitergehen bei dem Groß-Event mit knapp 90.000 Fans.

Verletzte über den Berg

Mittlerweile gehe es aber allen wieder gut, sagte Yvonne Kuhn von der ärztlichen Leitung auf dem Festivalgelände in Mendig (Rheinland-Pfalz) am Samstagmittag (06.06). Spätestens am Sonntag (07.06) könnten alle
eingelieferten Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen werden. Inzwischen haben Polizei und Feuerwehr vor Ort eine Hotline für Angehörige eingerichtet. Unter den Telefonnummern 02652-6029143 und 0800-65 65 65 könnten sich besorgte Angehörige melden, so die Organisatoren.

Mehrere Blitzeinschläge

Insgesamt drei Blitze waren in der Nacht auf Samstag auf dem Gelände eingeschlagen, wie Polizeisprecher Gerd Bertram sagte. Der erste ging gegen 01.30 Uhr im Backstage-Bereich einer Bühne nieder. Dabei erlitten acht Mitarbeiter des Bühnenpersonals Verletzungen. Als später ein weiteres Gewitter vorhergesagt wurde, beendeten die Veranstalter ein Konzert von Fritz Kalkbrenner. Besucher, die noch vor der Bühne waren, wurden in größere Zelte gebeten. Zu den weiteren Einschlägen kam es gegen 3.30 Uhr auf einem Campingplatz sowie um kurz nach 4.00 Uhr nahe des Towers des Flugplatzes. Bei den anderen 25 Verletzten handelte es sich Kuhn zufolge um Besucher des Events.

Programm soll weitergehen

Niemand sei direkt von einem Blitz getroffen worden. Die Verletzten hätten Kontakt zu Gegenständen gehabt, die den Strom der Blitze weitergeleitet hätten - etwa Metallgitter. Geklagt hätten einige über Muskelschwäche sowie Herz- und Kreislauf-Beschwerden. Das Programm von "Rock am Ring" soll nach Angaben von Veranstalter Marek Lieberberg wie geplant bis Sonntag weitergehen. An der Bühne
sei eine Leitung von einem Blitz getroffen worden. "Die wird jetzt zusätzlich abgedeckt", sagte er. Das Ende des Kalkbrenner-Konzertes sei ruhig abgelaufen, Panik habe es keine gegeben.

Ministerpräsidentin auf Festivalgelände

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) besuchten am Samstag das Festival-Gelände. Lewentz lobte den Einsatz der Rettungskräfte: "Es ist sehr professionell abgelaufen." Auch Lewentz' vier Kinder waren in der Nacht auf dem Festival.

Unwetterwarnung herausgegeben

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte in der Nacht vor Gewittern im Großraum rund um das Festival gewarnt. Für den betroffenen Landkreis Mayen-Koblenz sei um 0.16 Uhr auf das potenziell gefährliche Gewitter
hingewiesen worden, sagte DWD-Meteorologin Anna Wieczorek in Offenbach. Um 3.35 Uhr sei dann eine Unwetterwarnung herausgegeben worden. Generell könnten Blitzschläge zwar auf einen Landkreis bezogen vorhergesagt werden. "Einen Blitzeinschlag bei 'Rock am Ring' können wir aber nicht vorhersagen. Dass eine Gewitterzelle den Landkreis trifft und dabei auch Blitze entstehen, schon."

"Rock am Ring" an neuem Standort

Erstmals findet das Festival in diesem Jahr nicht mehr auf dem Asphalt des Nürburgrings, sondern auf dem Flugplatz des Eifel-Örtchens Mendig statt, 30 Kilometer entfernt von der Rennstrecke. Erwartet wurden bis Sonntag knapp 90 000 Rockfans.

(dpa/san)

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