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Radio Hamburg

Supermarktüberfall und Mord

Serientäter nach monatelanger Fahndung gefasst

Hannover/Dresden, 27.06.2015
Handschellen, Gericht, Urteil, Verhaftet, iStock

Der Serientäter wurde nach monatelanger Fahndung festgenommen. 

Über mehrere Monate hat ein Serientäter insgesamt 43 Supermärkte ausgeraubt und dabei einen Mann erschossen.

Als der Fahrer des dunklen Wagens auf dem Rastplatz "Dresdner Tor Nord" den Sitz zum Schlafen nach hinten kurbelt, kommen die Spezialeinsatzkräfte in Bewegung. Wenig später splittern Scheiben, Sekunden darauf drücken Beamte den 42-Jährigen auf den Asphalt, um ihm Handschellen anzulegen. Mit dem Zugriff endet am frühen Donnerstagmorgen (25.06.) die monatelange Fahndung nach einem Serientäter, der bundesweit bis zu 43 Supermärkte überfallen und dabei in Hannover einen Kunden erschossen haben soll.

Verdacht auf Raubmord

"Wir haben äußerst gesicherte Anhaltspunkte dafür, dass es sich um den mutmaßlichen Täter handelt", sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Freitag in Hannover. Dort kam es am 4. Dezember zu der folgenschwersten Tat des Mannes, gegen den noch am Mittag Haftbefehl wegen des Verdachts des Raubmordes erging. Kurz vor Ladenschluss betrat der Täter damals den Markt im Stadtteil Stöcken, bedrohte die Kassiererin mit einer Waffe und forderte Geld. Ein 21-jähriger Kunde, der dazwischen ging, wurde im Handgemenge von einem Schuss getötet. Auch auf einen weiteren 29 Jahre alten Kunden feuerte der Täter und verletzte ihn schwer. Zu der Waffe, die bei der Festnahme in Dresden durchgeladen im Wagen gefunden wurde, griff der Räuber öfter: An acht Tatorten gab er 13 Schüsse ab, wenn er nicht gleich den Kasseninhalt erhielt, eine Kassiererin wurde am Fuß verletzt.

Handy verriet den Täter

Mit Plakaten und Videosequenzen einer Überwachungskamera hatte die Ermittlungsgruppe "Discounter" nach dem Verdächtigen gesucht. Mantrailer-Spürhunde verloren seine Fährte dort, wo der Mann in seinen Fluchtwagen stieg. Bei etlichen Überfällen quer durchs Bundesgebiet wollten Zeugen den korpulenten Mann erkannt haben. Zwischendurch mutmaßten die Fahnder, es könne sich um einen Binnenschiffer handeln, dann kam es zu Taten abseits von Wasserstraßen. Hinweise auf den dunklen Wagen des Mannes gab es an zwei Tatorten, letztlich auf seine Spur kamen die Fahnder aber über sein Handy, das er stets eingeschaltet bei den Überfällen dabei hatte. Als das Handy sich am Mittwochabend bei der Einreise des Polen in die Bundesrepublik in Cottbus ins deutsche Netz einloggte, setzten sich SEK-Einheiten in fünf Bundesländern in Bewegung. Über die A13 bewegte sich der Mann Richtung Dresden, wo er wohl seinen nächsten Raubzug geplant hatte - vorher aber griffen die Fahnder zu.

Beute von rund 100.000 Euro

Ein Geständnis des Mannes, der in Hannover in Untersuchungshaft geht, gibt es zunächst nicht. Anhand von DNA-Spuren können ihm 17 Überfälle in Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Bayern zugeordnet werden. Die Beute beträgt rund 100.000 Euro. In Niedersachsen schlug der Täter zweimal in Hannover sowie in Hemmingen, Salzgitter und Gifhorn zu. Darüber hinaus prüfen die Ermittler Zusammenhänge zu 26 weiteren Taten bundesweit. Die Fahnder gehen davon aus, dass der Pole jeweils für die Taten aus seinem Heimatland nach Deutschland einreiste. Zwar verzichtete er bei den Überfällen auf Maskierung oder Handschuhe, dafür rüstete er seinen mit gestohlenen deutschen Nummernschildern versehenen Wagen mit einer technischen Finesse aus, wie Klinge sagte: "Die konnten in Windeseile umgestellt werden auf polnische Kennzeichen."

(dpa/pgo)

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