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Radio Hamburg

#ehefueralle

Inzest und Polygamie: Spott für CDU-Ministerpräsidentin

Berlin, 04.06.2015
RHH - Expired Image

CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer sorgt mit ihren Äußerungen zur Homo-Ehe für Protest.

Kommt nach der Homo-Ehe die Verwandten-Ehe oder Polygamie? Saarlands CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer warnt davor - und erntet dafür heftigen Protest.

Mit kritischen Äußerungen zur Homo-Ehe hat die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Empörung ausgelöst. 

"Heirat unter engen Verwandten?"

Es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau, sagte die Katholikin der "Saarbrücker Zeitung". "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft weier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen", meinte sie. SPD, Grüne und FDP kritisierten dies scharf.

Kritik von SPD-Generalsekretärin

"Damit erreicht die Debatte über die Ehe für alle einen neuen Tiefpunkt", sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe keinerlei Verständnis dafür, "dass eine CDU-Ministerpräsidentin gleichgeschlechtliche Partnerschaften jetzt mit Inzucht und Polygamie gleichsetzt". "Das ist ein Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen", meinte Fahimi. 

SPD, Grüne und Linke versuchen über den Bundesrat, eine Mehrheit für einen Vorstoß zur Gleichstellung für homosexuelle Partnerschaften zu organisieren, um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck zu setzen.

Im Bund sind der SPD wegen der Koalition mit der Union die Hände gebunden. Der Grünen-Politiker Volker Beck meinte ironisch im Kurznachrichtendienst Twitter zur Äußerung Kramp-Karrenbauers: "Nach der #Ehefueralle kommt die Ehe mit Aliens, Goldhamstern, Verwandten."

FDP-Generalsekretärin Nicola Beer betonte: "Die Äußerungen von Frau Kramp-Karrenbauer sind eine Unverschämtheit, sie beleidigt Homosexuelle zutiefst. Ich fordere sie auf, sich für ihre Entgleisung zu entschuldigen."

Die CDU-Ministerpräsidentin sagte in der "Saarbrücker Zeitung" zugleich, bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft müssten abgebaut werden. "Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen." Diese lehne sie ab.

Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation seien. "Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht - sondern allein am Kindeswohl", betonte Kramp-Karrenbauer. Die CDU-Politikerin ist Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), der Vertretung katholischer Laien.

Strafanzeige gegen Kramp-Karrenbauer gestellt

Eine Berliner Rechtsanwältin hat inzwischen Strafanzeige gegen Kramp-Karrenbauer wegen Volksverhetzung und Beleidigung gestellt. Unterdessen hat der Hamburger Senat eine Initiative für die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben gestartet. 
Nach den Plänen Hamburgs und der Länder Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Thüringen soll der Bundesrat die Bundesregierung auffordern, den Weg für die sogenannte "Ehe für Alle" freizumachen.

(dpa/dw/rh/mgä)

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