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Radio Hamburg

Drama vor Kölner OB-Wahl

Kandidatin Henriette Reker mit Messer attackiert

Köln, 17.10.2015
RHH - Expired Image

Die parteilose Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker ist bei einem Messerangriff auf einem Kölner Wochenmarkt schwer verletzt worden.

Die parteilose Kandidatin Henriette Reker ist am Samstag (17.10) bei einer Messerattacke schwer verletzt worden. Die Oberbürgermeisterwahl soll allerdings wie geplant stattfinden.

Einen Tag vor der Kölner Wahl am Sonntag (18.10) ist die Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker bei einer Messerattacke auf einem Wochenmarkt schwer verletzt worden. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann habe die parteilose Reker am Samstagmorgen (17.10) um kurz nach neun Uhr an einem Wahlkampfstand der CDU angegriffen, teilte die Stadt Köln mit. Reker sei durch einen Stich in den Hals verletzt worden. Der etwa 30- bis 40-jährige Angreifer wurde festgenommen.

Vier weitere Personen verletzt

Ein Polizeisprecher, sagte, bei dem Handgemenge seien vier weitere Personen verletzt worden, davon eine schwer. Reker (58) sei inzwischen außer Lebensgefahr, teilte ihr Wahlkampfteam am späten Vormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Sie wurde in die Uniklinik Köln gebracht und wurde dort am Samstagmittag operiert. Gegenüber dem Nachrichtensender "n-tv" erklärte der amtierende Kölner Oberbürgermeister: "Wir hoffen, dass die Operation gut verläuft und es ihr möglichst bald wieder gut geht". Rekers Mitarbeiter Frederik Schorn sagte, auch ein Mitarbeiter des Wahlkampfteams der OB-Kandidatin sei verletzt worden. "Unser Wahlkampf ist eingestellt", sagte Schorn. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Laut Augenzeugen muss es bei dem Angriff zu teilweise dramatischen Szenen gekommen sein. Helfer versuchten, den Täter mithilfe von Partei-Sonnenschirmen zu überwältigen, die an dem CDU-Wahlkampfstand aufgestellt waren, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger". Das ebenfalls anwesende CDU-Ratsmitglied Jürgen Strahl sprach gegenüber des Kölner "Express", von einem "gezielten Angriff" auf Reker. 

OB-Wahl findet statt

Unklar war zunächst, welche Folgen das Attentat für die am Sonntag anstehende Wahl hat. Die Stadt und die Wahlkampfleitung nahmen Beratungen auf. Eine Stadtsprecherin sagte, laut Wahlrecht könne eine Wahl nur beim Tod eines Kandidaten abgesagt werden. Inzwischen teilte die Stadtverwaltung mit, dass die Wahl wie geplant diesen Sonntag stattfinden werde. 

Angreifer gegen aktuelle Flüchtlingspolitik

Nach Darstellung des "Kölner Stadt-Anzeigers" wurde Reker von einer 20 Zentimeter langen Klinge am Hals getroffen und an der Luftröhre verletzt. Der Kölner CDU-Vorsitzende Bernd Petelkau, der Augenzeuge des Angriffs im Stadtteil Braunsfeld war, sagte der "Rheinischen Post" hingegen, der Angreifer habe Reker mit einem Messer in den Bauch gestochen. Vor dem Angriff habe der Mann gerufen: "Ich rette Messias. Das ist alles falsch, was hier läuft, ich befreie Euch von solchen Leuten." Nach der Attacke sei er dann ganz ruhig stehengeblieben und habe gesagt: "Ich musste es tun. Ich schütze Euch alle." Der Mann wurde laut Polizei noch am Tatort festgenommen. Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen Ermittlungen auf.

Am Tatort und später im Streifenwagen auf dem Weg zur Polizeiwache habe er betont, mit der Flüchtlingspolitik von Reker (parteilos) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht einverstanden zu sein, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Polizeikreise.

Politiker unter Schock

Die parteilose Reker wird von CDU, Grünen und FDP unterstützt. Rekers SPD-Konkurrent Jochen Ott zeigte sich bestürzt. Bei Facebook schrieb er: "Ab sofort werde ich meinen Wahlkampf unterbrechen, bis ich weitere Informationen über ihren Gesundheitszustand habe." Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) reagierte schockiert auf das Attentat. "Das ist ein Angriff auf uns alle", teilte sie am Samstag auf Twitter mit. "Hoffe und bange mit den Verletzten." Die Vorsitzenden der NRW-Grünen, Sven Lehmann und Mona Neubaur, zeigten sich ebenfalls schockiert. "Unsere Gedanken und Genesungswünsche sind bei den Verletzten." Sie riefen dazu auf, den Wahlkampf aus Respekt vor den Opfern bis zum Wahlgang ruhen zu lassen.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel zeigte sich fassungslos. Auf seiner Facebook-Seite teilte er mit, er sei "schockiert über die hinterhältige Gewalttat. Gewalt hat in der politischen Auseinandersetzung in Deutschland keinen Platz." Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, teilte bei Twitter mit: "Die Gedanken sind bei Henriette Reker und den anderen Verletzten des Messeranschlags." Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), Grünen-Chef Cem Özdemir und FDP-Chef Christian Lindner zeigt sich ebenfalls entsetzt und verurteilten die Tat.

(dpa/san)

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