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Radio Hamburg

Schockbilder auf Zigarettenschachteln

Werden deswegen weniger Deutsche rauchen?

Schockbilder, Zigaretten, Schachtel

Werden diese Schockbilder Jugendliche davon abhalten zu rauchen?

Seit Freitag (20.05.2016) müssen Hersteller Schockbilder wie verfaulte Füße oder schwarze Raucherlungen auf Zigarettenpackungen drucken. Was wird das bewirken?

Die in anderen Ländern bereits üblichen Fotos sollen vor allem junge Menschen vom Rauchen abhalten.

Gruselbilder und "Rauchen ist tödlich"

Die Bilder müssen zusammen mit Warnungen wie "Rauchen ist tödlich" mindestens zwei Drittel der Vorder- und Rückseite der Packungen einnehmen. Bisher sind solche Hinweise kleiner. Mit den schärferen Regeln setzt Deutschland die EU-Tabakrichtlinie um, die bereits im Mai 2014 in Kraft trat.

Verpackungen, die bis Freitag nach alten Regeln produziert wurden, dürfen ein Jahr lang weiter verkauft werden. Die Tabakindustrie hatte deshalb vor der Verschärfung noch einmal so viel wie möglich produziert. Für Zigarren- und Cigarillo-Schachteln gelten die neuen Regeln nicht.

Kampf gegen die Sucht

Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) äußerte sich überzeugt davon, dass Gruselfotos auf Tabakprodukten die gewünschte Wirkung zeigen. "Wir wollen mit diesen Schockbildern besonders Kinder und Jugendliche davor bewahren, dass sie mit dem Rauchen beginnen", sagte Mortler der Zeitung. Es gehe nicht allein um die Bilder, sondern vor allem um die Emotionen, die durch sie geweckt würden. Erfahrungen etwa aus Australien würden zeigen, dass die Abbildungen ihre Wirkung nicht verfehlen.

Nachteil gegenüber Konkurrenz

Vor Inkrafttreten schärferer Regeln für Schockbilder auf Zigarettenschachteln hatte deutsche Hersteller eine Benachteiligung gegenüber Konkurrenten - vor allem aus Osteuropa - beklagt. Die EU-Richtlinie muss bis zu diesem Freitag in nationales Recht umgesetzt werden. Ab dann müssen neue Verpackungen von Zigaretten oder Tabak zu zwei Dritteln mit Schockbildern und Warnhinweisen versehen werden.

(dpa/kru)

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